Whatsapp Alternative – Welche Möglichkeiten gibt es?

Bild Whatsapp

Kaum ein paar Jahre ist es her, da erfolgte die mobile Kommunikation mit dem Handy noch primär via SMS, was die Mobilfunkrechnungen gewaltig in die Höhe trieb. So war es auch kein Wunder, dass sich im Jahr 2009 zwei kalifornische Studenten daran machten, die Möglichkeiten der modernen Technik zu nutzen und die SMS endgültig zu Grabe zu tragen. Kaum sieben Jahre später haben Sie mit ihrem Unternehmen WhatsApp Inc., das mittlerweile zum Facebook-Imperium gehört, genau dies geschafft. Diese quasi Monopolstellung unter der Schirmherrschaft des Social Media-Riesen Facebook stößt immer mehr Usern sauer auf, sodass sie nach alternativen Instant Messaging-Diensten Ausschau halten.

Whatsapp sägt am eigenen Stuhl

whatsapp logo

Immer wieder keimt Kritik bezüglich der Datensicherheit von Whatsapp auf.

Es ist kein Zufall, dass sich Whatsapp derart disruptiv durchsetzen konnte, denn im Gegensatz zu vergleichbaren Messaging-Diensten, die seinerzeit in den App-Stores von Apple, Google und Microsoft zu finden waren, glänzte die App mit zahlreichen Komfort-Features, einer intuitiven Usability und nicht zuletzt der Möglichkeit, kostenlos plattformübergreifend zu kommunizieren. Was jedoch nur wenige wissen, ist, dass es von Beginn an in puncto Datensicherheit und Datenschutz nicht unbedingt zum Besten bestellt war. Umso größer war der Aufschrei, als der Dienst im Jahr 2014 in den Facebook-Konzern integriert wurde, da dieser nach wie vor als Datenkrake gilt. Als besonders kritisch gilt neben einigen Lücken im Anmeldeprozess, die es unter anderem ermöglichen sollen, die Whatsapp-Identität des Nutzers zu stehlen, die regelmäßige Übertragung der Adressbuchdaten an Server in den USA. Um den Ruf des Messengers wieder aufzupolieren, führte das Unternehmen Ende 2014 eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein, die in Zusammenarbeit mit den Entwicklern des als besonders sicher geltenden Messaging-Dienstes TextSecure entstanden ist. Dennoch, und nicht zuletzt vor dem Hintergrund der parallel stattfindenden Snowden-Enthüllungen machten sich einige eifrige Entwicklerteams daran, Alternativen zum Branchenprimus zu kreieren.

Signal – Edward Snowdens favorisierter Messenger

Instant Messaging-Dienste gibt es in den App-Stores wie Sand am mehr, doch nur wenige haben wirklich das Zeug dazu, Whatsapp Konkurrenz zu machen oder den Platzhirsch auf lange Sicht gar vom Thron zu stoßen. Wenn Dir Datensicherheit und Datenschutz im Rahmen Deiner persönlichen Kommunikation besonders wichtig sind, empfiehlt sich der Umstieg auf den Messenger Signal, der ehemals unter dem Namen TextSecure bekannt war. Die App ist für alle gängigen mobilen Betriebssysteme verfügbar und ermöglicht es, neben konventionellen Chats auch Konversationen zu führen, deren Nachrichten mit einer, von Kryptografen für sehr gut befundenen, Ende-zu-Ende Verschlüsselung versehen sind. Ein farblich markiertes Overlay gibt Dir dabei immer Aufschluss darüber, ob Du deine Nachrichten gerade verschlüsselt oder unverschlüsselt versendest. Darüber hinaus ermöglicht Signal zudem verschlüsselte Telefonate, deren Sprachqualität allerdings öfters zu wünschen übrig lässt. Wenn Du also brisante Dinge zu besprechen hast, bietet sich Signal durchaus an. Edward Snowden nutzt die App nach eigenen Angaben zumindest täglich.

Hangouts – Googles Antwort auf Whatsapp

Bild Message

Die Zahl der verfügbaren Instant Messenger ist groß.

Der entscheidende Faktor für den Erfolg von Apps und Technologien ist heutzutage nicht mehr nur einfach die Qualität eines Produkts, sondern viel mehr die dahinter stehenden Netzwerkeffekte, denn insbesondere im Fall von Messengern nützt die beste Software nichts, wenn sie durch ihre geringe Verbreitung kaum einen messbaren Nutzen stiftet. Demzufolge hat die App Hangouts aus dem Hause Google tatsächlich das Zeug dazu, Whatsapp und damit dem großen Konkurrenten Facebook den Schneid abzukaufen. Neben der Tatsache, dass Google Hangouts bereits auf den meisten Android-Geräten vorinstalliert ist, punktet die App vor allen Dingen durch größere Gruppenchats sowie Videokonferenzen mit bis zu zehn Teilnehmern, womit sich Hangouts auch mit Abstrichen für den Businesseinsatz eignet. Negativ anzumerken ist hingegen, dass zur Nutzung ein Google-Konto benötigt wird, was natürlich auch impliziert, dass die Datensammler aus dem Silicon Valley im Hintergrund fleißig mitlesen. Im Bezug auf die potenzielle Nutzerbasis hätte Hangouts das Zeug für eine Wachablösung. Die besonders in puncto Datenschutz lediglich marginalen Unterschiede zu Whatsapp lassen diesbezüglich aber Zweifel offen.

Snapchat – Datenschutz durch sich selbst zerstörende Nachrichten

Eine App, die auch ohne den Support eines großen Konzerns einen kometenhaften Aufstieg hingelegt hat, ist der Messenger Snapchat, der sich vor allem unter jüngeren Usern großer Beliebtheit erfreut. Für Neueinsteiger oder Umsteiger von Whatsapp dürfte der Dienst zunächst allerdings etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen, denn der Fokus liegt weniger auf dem Versenden von Nachrichten, sondern auf dem schnellen Austausch von Bildern und Videos. Die große Besonderheit ist jedoch, dass sich sowohl Nachrichten als auch Bilder selbst löschen, sobald diese betrachtet worden sind, was in puncto Datenschutz mit Sicherheit nicht von Nachteil ist. Sowohl die fehlende Verschlüsselung auf technischer Ebene, sowie die bis dato mangelnde Ausrichtung auf textuelle, Sprach- oder Videokommunikation, lässt allerdings den Schluss zu, dass es sich bei Snapchat um einen Spaß-Messenger handelt, der in Zukunft vermehrt als Zweit- oder Drittdienst genutzt werden wird.

Threema – IM made in Europe

Bild Textnachricht

Neben Text- kann man auch Sprachnachrichten verschicken.

Im Gegensatz zu Snapchat, Hangouts und Signal handelt es sich beim Instant Messenger Threema um eine kostenpflichtige Applikation für iOS, Android und Windows Phone, wobei die Software ihren Preis von derzeit einmalig 1,99 Euro auch tatsächlich wert ist. Ähnlich wie bei Signal legen die Schweizer Entwickler von Threema ihren Fokus auf den Datenschutz, der schon damit beginnt, dass der Austausch von Kontaktdaten via QR-Codes erfolgt. Darüber hinaus setzt die App auf eine 256-Bit-Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nach dem ECC-Standard, womit es so gut wie unmöglich ist, Nachrichten im Nachhinein zu entschlüsseln. Die Verschlüsselung gilt im Übrigen auch für Gruppenchats. Besonders interessant ist auch die im Rahmen von Gruppenchats verfügbare Umfragefunktion, mit denen sich die Entscheidungsfindung über das Ziel der abendlichen Kneipentour deutlich vereinfacht. Skeptikern des transatlantischen Datentransfers kommt zudem zugute, dass das Unternehmen auf Server in der Schweiz zurückgreift, womit die entsprechenden Daten deutlich besser geschützt sind als in den USA. Ein einziger Makel ist derzeit jedoch noch die fehlende Integration von Sprachnachrichten. Abgesehen davon hat Threema aber tatsächlich das Potenzial Whatsapp den Rang abzulaufen, da es dem Branchenprimus sowohl in puncto Usability als auch im Bereich des Datenschutzes überlegen ist.

Skype – Der Methusalem der Branche

Skype ist im Reigen der Instant-Messaging-Dienste so etwas wie der Methusalem, der im Gegensatz zu ehemaligen Konkurrenten wie dem zu Anfang des Jahrtausends weit verbreiteten ICQ das Aufkommen der Smartphones überlebt hat. Die Chancen dafür, dass sich Skype auch in Zukunft noch hält und sich sogar anschickt, Whatsapp ins Schwitzen zu bringen, stehen dabei gar nicht mal so schlecht. Ursächlich ist neben der plattformübergreifenden Nutzbarkeit auf dem PC sowie auf allen gängigen Smartdevices vor allem die außerordentlich hohe Qualität der VoIP-Telefonate sowie der möglichen Videoanrufe. Skype ist damit sowohl für die private als auch für die berufliche Nutzung prädestiniert und verfügt aufgrund der Vorinstallation auf Windows-Rechnern auch über eine entsprechende Reichweite. Nachteilig ist hingegen, dass der Instant-Messenger lediglich eine Hand voll Sicherheitseinstellungen zulässt.

Fazit – Whatsapp ist definitiv ersetzbar

Wenn Du also nach einer Whatsapp Alternative suchst, wirst Du in jedem Fall fündig. Auf welche App Deine Wahl fällt hängt aber letztendlich von deinen persönlichen Ansprüchen ab, die Du an einen Instant Messenger stellst. Das Zeug, um Whatsapp den Rang abzulaufen haben einiger der hier genannten Beispeile aber in jedem Fall.

 

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