Virtuelle Realität – die bessere Realität?

Bild Virtuelle Realität

Virtuelle Realität war in ihren Anfangszeiten in aller Munde. Mittlerweile sind die ersten Produkte auch für den Endnutzer zum Standard geworden, und ihre Existenz wird nicht mehr großartig thematisiert. Dabei kann da noch eine Menge auf uns zukommen, in den virtuellen Realitäten. Die Möglichkeiten der Anwendung sind nicht einmal im Ansatz ausgeschöpft.

Virtuelle Realität – was ist das?

Schon in der Romanverfilmung „Simulacron-3 – Welt am Draht“ von 1973 wird virtuelle Realität thematisiert. Der Gedanke ist also nicht neu, aber erst leistungsfähige Rechner machen VR wirklich möglich.
Um eine Virtuelle Realität zu erzeugen, wird starke Hardware und Software benötigt. Der Computer generiert dabei eine Umgebung, die interaktiv funktioniert und dabei als echt wahrgenommen wird. Das ist unter anderem möglich, da ausgeführte Bewegungen zu plausiblen Ergebnissen in der virtuellen Realität führen.
Eingesetzt wird die VR schon lange – unter anderem in der Pilotenausbildung, bei der sehr realistische Flugsimulatoren das Training erleichtern.
Um die Virtuelle Realität wahrnehmen zu können, sind entsprechende Ausgabegeräte nötig. Heute sind das meist entsprechende Brillen, aber auch Großbildleinwände. Jedes Bild wird aus mehreren Perspektiven dargestellt, so dass ein überzeugender räumlicher Eindruck entsteht.
Um in der VR agieren zu können, sind wiederum Eingabegeräte nötig. Beispielsweise bewegt man eine Hand, woraufhin die eigene virtuelle Hand sich auch bewegt. Man läuft auf einem entsprechend konstruierten Laufband, und in der VR bewegt man sich gleichzeitig fort. Eingabegeräte sind beispielsweise die 3D-Maus, der Datenhandschuh und Flystick und das omnidirektionale Laufband, das die realen Gehbewegungen in die virtuelle Umgebung projiziert.

Wie werden virtuelle Realitäten in Zukunft für unsere Leben bedeutsam sein?

Bild HoloLens

Die HoloLens projiziert auch direkt in die Umgebung.

Im Gaming-Bereich ist die VR, zumindest was die Nutzung durch Verbraucher betrifft, am weitesten entwickelt. In Spielen wie „Back to Dinosaur Island 2“ taucht man in eine vorsintflutliche Welt ein und erlebt Abenteuer. Lebendig gemacht wird die VR dabei meist durch eine Brille und Kopfhörer. Worauf wird bei der Entwicklung Wert gelegt?
Heute müssen die Entwickler schon darauf achten, dass sie in einem VR-Spiel nicht zu viele Reize setzen. Das Gehirn macht nämlich keinen Unterschied zwischen künstlich erzeugten und echten Bildern. Es sieht die Umgebung und agiert entsprechend – hängt man also in der VR in den Seilen, wird dem Körper tatsächlich schlecht.
Im Entertainment Bereich wird sich die VR am schnellsten weiter entwickeln. Es lassen sich beispielsweise auch geplante Urlaubsziele schon im Voraus virtuell besuchen. Wird es irgendwann so sein, dass man nur noch virtuell verreist, ähnlich wie man es aus einem Film wie „Total Recall“ kennt? In einer gefährlichen Welt kann das durchaus der Fall sein. Auch virtueller Sex, virtuelle Beziehungen oder sogar virtuelle Arbeitsplätze sind denkbar. Heute stellen die Entwickler virtueller Welten schon fest, dass sich eine gewisse Enttäuschung bei den Testern ihrer Spiele breit macht, wenn diese wieder in der realen Welt sind. Natürlich, die virtuelle Welt kann eben auf Wunsch programmiert werden. Sie bietet die Abenteuer, die man im Alltag vermisst. Ein aufregendes, wenn auch virtuelles Leben.
Virtuelle Realitäten können auch im Bereich Medizin, Forschung und Architektur gute Dienste leisten. Sie helfen beim Bau von Prototypen – aber auch bei der Ausbildung von Soldaten. Die schrecklichsten Dinge könnten in einer VR passieren. Wie könnte man dagegen vorgehen? Jeder Mord, jedes Verbrechen wäre ja nicht wirklich passiert, sondern nur simuliert worden. Dass sich die Gehirne der „Spieler“ ebenfalls verändern, wäre ja noch zu beweisen.
Die VR werden also nicht nur Spaß und Unterhaltung bringen, sondern auch eine Menge neuer Probleme. denn eines ist klar: was machbar ist, wird gemacht werden.

Welche VR Gadgets gibt es heute schon zu kaufen?

Bild Virtual Reality Brille

Es gibt mittlerweile einige Brillen auf dem Markt.

Auf dem Markt sind mittlerweile einige Brillen wie die View Master, LG’s VR-Brille, das Google Cardboard und Microsofts HoloLens, wobei letztere nicht nur eine virtuelle Realität darstellen kann, sondern sie als Hologramm gleich in die natürliche Umgebung projiziert. Neu auf dem Markt ist die Sphericam 2 – eine 4K-Rundum-Kamera mit eingebauter Unterstützung für VR-Brillen. Mit dieser Kamera lassen sich Szenen aufnehmen, die anschließend auf einer VR Kamera abgespielt werden können. Diese Kamera hat eine außergewöhnliche Form, denn im Inneren befinden sich 6 einzelne Kameras und vier Mikrofone. Mit diesem Gerät sind 4K Aufnahmen möglich.
Google stellte erst kürzlich die Tilt Brush vor. Mit diesem „Pinsel“ ist es möglich, in einer Virtual Reality zu „zeichnen“ und seine Werke von allen Seiten zu sehen. Es sind also noch eine Menge interessanter Gadgets zu erwarten.

Was hat es mit Augmented Reality auf sich?

Augmented Reality, also „Erweiterte Realität“ ist der Bereich der VR, der sich im Alltagsleben wahrscheinlich am schnellsten und weitesten verbreiten wird, bzw. dies schon tut. AR bedeutet nämlich nichts anderes, als dass die „Realität“ mit zusätzlichen, virtuellen Informationen angereichert wird. Im Gegensatz zur VR „verschwindet“ der Mensch hier nicht in einer anderen Welt, sondern die beiden Welten vermischen sich mit unterschiedlichen Anteilen. Zu beobachten ist dies schon seit längerem bei der Übertragung von Fußballspielen, wenn die Marken als Simulation eingeblendet werden.
Die Realitäten überlagern und vermischen sich. Die unmittelbare Reaktion auf Eingaben muss aber ebenso wie in der VR gegeben sein, um ein überzeugendes Ergebnis zu erzielen. Denkbare Anwendungsbereiche sind in der Industrie, im Katastrophenschutz, in der Entwicklung, der Simulation, in der Zusammenarbeit unterschiedlicher, auch weit entfernter Teams und in Hydrologie, Ökologie und Geologie angesiedelt.

 

Bildquellen:

Bild 1: pixabay.com / ashirova0

Bild 2: pixabay.com / Azminsultana

Bild 3: pixabay.com / fill

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