Datenschutz auf dem Smartphone

Southgeist_wikimediacommons_1280px-Überwachungskameras_Autohof_in_Thüringen_an_A9_03.06.2013_10-07-08Im Zeitalter der Digitalisierung wird der Schutz der eigenen Daten vor unbefugtem Zugriff immer wichtiger. Hatte man früher Notizen und Adressen handschriftlich auf Papier geführt, so finden wir in unseren Smartphones nützliche Helfer, die uns bei jenen Aufgaben helfen. So ist es heutzutage möglich, geräteübergreifend über die Cloud Kontakte zu synchronisieren oder Kalendereinträge vorzunehmen. Wie sieht es aber dabei mit dem Datenschutz auf Ihrem Smartphone aus? Welche Apps können auf welche Daten zugreifen? Können Sie Apps den Zugriff auf den Speicher Ihres Smartphones verbieten?

Datenschutz im Zeitalter von Apps und Smartphones

Zunächst einmal sollten Sie sich folgendes vergegenwärtigen: „App“ ist einfach ein neuer Begriff für ein Programm. Es handelt sich bei Apps also einfach um Software, die installiert wird. Und eben weil diese Software auf dem Smartphone ausgeführt wird und damit Zugriff auf Dateien, Fotos und Kontakte haben kann, sollten Sie sich um den Datenschutz auf dem Smartphone ein paar Gedanken machen. Denn beispielsweise Ihre beruflichen oder privaten Kontakte, Ihr per GPS ermittelter Standort oder Ihr Terminkalender sind höchst sensible Informationen, die nicht in fremde Hände fallen sollten. Zum Glück gibt es aber Mittel und Wege, wie Sie Ihr Smartphone sichern können, wobei der wichtigste Punkt aber sicher dieser ist: Überlegen Sie sich gut, welche Apps Sie installieren!

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Bild Datenschutz auf dem Smartphone

Laden Sie Ihre Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellen wie den Google Playstore oder ITunes runter

Es gibt eine Grundregel, die so schlicht wie überzeugend ist, dass sie nicht oft genug wiederholt werden kann: Nutzen Sie nur Apps aus vertrauenswürdigen  Quellen! Also: Je nach Betriebssystem – beispielsweise Android, Blackberry OS oder iOS – sind ja meist bereits vom Hersteller sogenannten App-Stores vorinstalliert. Diese decken beinahe alle nur denkbaren Anwendungen ab. Doch auch hier gilt: Augen auf bei der App-Auswahl!

Berechtigungen – Braucht eine Taschenlampen-App Zugriff auf das Adressbuch?

Der wichtigste Punkt – ganz gleich aus welcher Quelle eine App stammt – sind die Berechtigungen, die Sie einer App einräumen. Bei Android beispielsweise erhalten Sie bei der Installation eine Übersicht, auf welche Daten die App im Betrieb zugreifen möchte. Leider kann dies nicht-technisch-versierte Nutzer leicht überfordern. Aber zum Glück gibt es auch hier einige Grundregeln: So brauchen nur die allerwenigsten Apps einen Zugriff auf das Adressbuch. In Verruf geraten sind hier die sogenannten TaschenlampenApps, die sich Rechte für das Adressbuch sowie den Zugriff auf das Internet haben einräumen lassen. Die Nutzer haben dies vielleicht übersehen oder sich keine Gedanken gemacht, die Taschenlampen-App installiert, und schwupps sind die Daten auf fremde Server kopiert worden. Also: Schauen Sie genau hin, welche Rechte eine App haben möchte.

Beispiel WhatsApp

Bild Datenschutz auf dem Smartphone

WhatsApp ist zwischenzeitlich in einen Skandal reingeraten

Im April 2015 ging es durch die Presse: WhatsApp hat eine Telefoniefunktion eingeführt, und prompt haben Blogger festgestellt, dass die Gespräche mitgeschnitten und auf dem Smartphone gespeichert werden. Die Entwarnung folgte sogleich, denn laut WhatsApp würde es sich hier um eine interne Entwickler-Version handeln und das Mitschneiden wäre nur zu Testzwecken gedacht. Rechtlich fragwürdig ist das Mitschneiden von Telefongesprächen dennoch; es ist in Deutschland sogar gesetzlich verboten. Vertrauensfördernd ist es indes auch nicht, wenn Apps auf dem Smartphone einfach ungefragt in die Privatsphäre des Nutzers eindringen. Auf jeden Fall sollte man sich klar machen, dass Apps auf dem Smartphone, die über eine Telefoniefunktion über das Internet verfügen, ohnehin über fremde Server laufen. Gespräche können also auf vielen Wegen unerlaubt mitgeschnitten werden, und zwar gerade dann, wenn – wie leider so oft – keine starke Verschlüsselung zum Einsatz kommt.

Werbeversprechen: Datenschutzfreundliche Apps

Wie gezeigt, ist für den Datenschutz auf dem Smartphone es wichtig, auf die Berechtigungen der Apps zu achten und ausschließlich datenschutzfreundliche Apps zu verwenden. Es gibt überdies immer mehr Apps, die mit einer verschlüsselten Verbindung oder anderen Datenschutzmerkmalen werben. Hier sollten Sie aber nicht kopflos auf große Versprechen hereinfallen! Tipp: Oft werden in der Fachpresse die technischen Details solcher Apps von Experten genauer unter die Lupe genommen. Benutzen Sie also die Suchmaschine Ihrer Wahl, tippen Sie den Namen der App, die Sie installieren möchte in das Suchfeld, und schauen Sie, ob von den führenden Technikportalen Sicherheitsbedenken bezüglich jener App angemeldet werden.

Fazit

Nutzen Sie also Ihren gesunden Menschenverstand, bevor Sie eine App installieren – wenn Ihnen Ihre höchstpersönlichen Daten auf dem Smartphone wichtig und schützenswert sind. Und ja, das sollten sie auf alle Fälle sein! Als Gedächtnisstütze sind hier drei wichtige Grundregeln zum Datenschutz auf dem Smartphone noch einmal schnell zusammengefasst:

1. Installieren Sie nur Apps aus vertrauenswürdigen Quellen.
2. Studieren Sie bei der Installation die Rechte, die eine App verlangt. Im Zweifelsfall sollten Sie den Installationsprozess abbrechen.
3. Informieren Sie sich online über die App. Oft gibt es auch datenschutzfreundliche Alternativen.

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