Car-Sharing in Deutschland

Clément Bucco-Lechat_wikimediacommons_800px-Geneva_MotorShow_2013_-_EDAG_car_sharingCar-Sharing in Deutschland boomt, insbesondere in Großstädten. Findige Führerscheininhaber haben nachgerechnet und festgestellt, dass ein eigenes Auto vor der Haustür eine beachtliche Stange Geld kostet. Und da ist es noch keinen Meter gefahren. Scheinbar hat das Auto als ultimatives Must-have des Deutschen bald ausgedient, stattdessen schaffen sich viele den Zugang zu einem ganzen FahrzeugPool an.


 

Car-Sharing : Stationsbetrieb oder Free-Floating?

Beim Stationsbetrieb stehen die Fahrzeuge an einem bestimmten Platz zum Abholen bereit und werden nach der Fahrt dorthin zurückgebracht. Die Kosten setzen sich zusammen aus der Nutzungszeit und den gefahrenen Kilometern. Beim Reservieren sind Abhol– und Rückgabezeitpunkt festzulegen. Wird das Fahrzeug früher als ursprünglich geplant zurückgegeben, schreiben einige Anbieter zumindest einen Teil der Mietkosten wieder gut. Verspätete Rückgaben sollten bestenfalls vermieden werden, sie können bei allen Anbietern verhältnismäßig teuer werden. Free-Floating ist ein Angebot zum Minutenpreis ohne feste Stellplätze. Die Fahrzeuge stehen im öffentlichen Raum, können sofort in Betrieb genommen und innerhalb des Geschäftsgebiets abgestellt werden. Beim Beenden der Buchung steht das Fahrzeug der Community wieder zur Verfügung. Die Fahrt kann auch lediglich unterbrochen werden um später weiterzufahren. Die Buchung bleibt dabei mit reduziertem Minutenpreis bestehen.

Bei allen Anbietern müssen Sie sich bei Erstanmeldung durch persönliche Vorlage von Führerschein und Ausweis verifizieren. Im Gegenzug erhalten Sie eine Kundenkarte. Im Unterschied zur traditionellen Autovermietung sind Car-Sharing-Fahrzeuge rund um die Uhr verfügbar. Die Fahrzeuge werden kostenfrei via App oder Internet reserviert. Telefonische Buchungen sind bei allen Anbietern auch möglich, jedoch meist gebührenpflichtig. Für die Übernahme des Fahrzeugs ist dann nur noch die Kundenkarte erforderlich. Die Fahrzeugabnahme findet im Unterschied zur Autovermietung vor Fahrtbeginn statt.
 

Für strategische Planer und Rechner

Bild Car-Sharing in Deutschland

Der Ford-Fiesta gehört zur Fahrzeugflotte von Flinkster

Die bundesweit größten Anbieter mit Stationsbetrieb sind Flinkster, Cambio und Stadtmobil. Bei Cambio und Stadtmobil handelt es sich jeweils um Zusammenschlüsse einzelner Betreiber. Cambio bedient die Großräume Köln, Hamburg, Bremen sowie Saarbrücken, Bielefeld und Flensburg. Stadtmobil bietet seinen Dienst im Rhein-Main-Gebiet und im Rhein-Neckar-Gebiet, in Stuttgart, Karlsruhe, Trier, Hannover und im Ruhrgebiet an. In Berlin sind beide Anbieter verfügbar. Flinkster ist Eigentum der Deutschen Bahn betreibt das bundesweit flächengrößte Netz mit den meisten Kunden. Der Anbieter profitiert aufgrund vorhandener Konzernstrukturen von der großen Anzahl Bahncard-Kunden, die beim Anmelden keine Gebühren zahlen.

Die Kostenstruktur der stationären Anbieter erscheint zunächst undurchsichtig. Es gibt insgesamt unzählige Tarifkombinationen mit verschiedenen Anmelde- und wiederkehrenden Jahresgebühren sowie Kautionen. Die differenzierten Stunden- und Kilometersätze für unterschiedliche Fahrzeugkategorien sind da noch das kleinste Übel. Die Fahrzeugflotten der Anbieter sind meist breit aufgestellt, vom Kleinstwagen über Fahrzeuge der Mittelklasse und Transporter bis hin zur vorbestellbaren Luxuskarosse. Letzten Endes ist die Verfügbarkeit bestimmter Fahrzeugklassen von der jeweiligen Station oder Geschäftsstelle abhängig. Wer sich für die stationäre Variante des Car-Sharings interessiert, sollte zunächst herausfinden, wo sich geeignete Stationen befinden. Darüber hinaus sind Überlegungen zum eigenen Bedarf hilfreich. Was für ein Fahrzeug brauchen Sie wann, wozu und wie lange. Fahren Sie häufig oder gelegentlich, wären Wochenendtarife interessant, sind Kindersitze vorhanden. Was passiert bei Stornierung einer Buchung, wie ist die Haftung geregelt, und welche Kündigungsfristen gelten. Cambio und Stadtmobil stellen auf ihren Homepages Rechner zur Preisauskunft bereit und auch die FAQs sind informativ.  Auch das Lesen in den zahlreichen Foren im Netz kann aufschlussreich sein. Je nach Wohn- oder Nutzungsort können auch kleinere lokale Anbieter von Interesse sein. Dazu zählen beispielsweise Teilauto in Mitteldeutschland und Greenwheels bzw. Stattauto in Berlin, Hamburg und München, Citeecar in Berlin, Hamburg, München und im Ruhrgebiet sowie Book-n-drive im Rhein-Main-Gebiet
 .

Für spontane Gelegenheitsfahrer

Bild Car-Sharing in Deutschland

Wenn Sie einen schicken Wagen suchen werden Sie bei DriveNow fündig

In Ballungszentren hat sich das Free-Floating gut etabliert. Sowohl Drivenow als auch Car2go bieten in Berlin, Hamburg, München, Köln und Düsseldorf Fahrzeuge zum Minutenpreis an. Car2go ist darüber hinaus in Frankfurt und Stuttgart verfügbar. Beide Anbieter verfügen über klare Tarifstrukturen und ein informatives FAQ. Car2go ist etwas günstiger als Drivenow. Beide Anbieter erheben eine Anmeldegebühr, Monatspauschalen oder ähnliches fallen keine an. Es können Minutenpakete erworben werden, die das Fahren vergünstigen. Sowohl bei Drivenow als auch bei Car2go beträgt die maximale Mietdauer für ein Fahrzeug 48 Stunden. Beide Anbieter akzeptieren nur Selbstfahrer. Unterschiede gibt es beim Fahrzeugangebot. Mit Car2go wird ausschließlich Smart gefahren, was das Finden einer Parklücke im Großstadtdschungel unübertroffen effizient macht. Drivenow setzt etwas mehr auf Spaßfaktor bzw. Ladekapazität und bietet ein breiteres Fahrzeugpool mit diversen Mini-Typen, BMW 1er, 2er und X1 sowie zwei Cabriovarianten.

Für den eiligen Spaß

Bild Car-Sharing in Deutschland

Mit den Smarts von Car2Go finden Sie garantiert eine Parklücke!

Car2go black verfügt über eine Fahrzeugflotte der Mercedes B-Klasse. Anders als car2go (blau) ist der schicke schwarze Bruder ein Stationsbetrieb. Spots an exponierten Lagen sind in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Monheim und Wuppertal zu finden. Es wird stundenbzw. tageweise abgerechnet. Die maximale Mietdauer für ein Fahrzeug beträgt 14 Tage. Fahrten ins europäische Ausland sind erlaubt. Viel Vergnügen dem, der auf Autobahnen ohne Baustellen unterwegs ist.

Tanken oder Nichttanken

Bei allen Anbietern liegen in den Fahrzeugen Tankkarten bereit. Die Regel lautet: Bei Rückgabe soll der Tank zumindest noch 1/4 voll sein. Wer also die magische Marke erreicht, soll tanken. Die stationären Anbieter ahnden das Vergehen des Nichttankens allesamt mit Strafgebühren. Drivenow und Car2go hingegen haben da einen anderen Ansatz gewählt; sie spendieren dem Kunden fürs Tanken ein paar Freiminuten.

Autofahren kostet einfach Geld

Ob eigenes oder geteiltes Fahrvergnügen, umsonst ist beides nicht zu haben. Die Reduzierung der Selbstbeteiligung im Schadenfall ist eine Überlegung wert und ein Blick in die Gebührenordnung des jeweiligen Anbieters ist empfehlenswert. Auch sollte jedem klar sein, dass die Fahrzeuge lückenlos überwacht werden. Wohl dem, der seine Erledigungen mit dem Fahrrad bewerkstelligen kann.

 

Bildquellen:

Bild 1 : © by Clément Bucco-Lechat , via Wikimedia Commons

Bild 2 : © by Matti Blume (MB-one), via Wikimedia Commons

Bild 3 : © by Listenthinkact , via Wikimedia Commons

Bild 4 : © by Ji-Elle, via Wikimedia Commons

Über 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.