Volkswagen Polo: die Kleinwagenlegende

VW PoloDer Schock am Anfang: Der erste VW Polo war ein Audi – und zwar die Sparvariante des Audi 50, der im Sommer 1974 auf den Markt kam. Die Kleinwagenära bei Audi wurde Mitte 1978 für die folgenden 20 Jahre schon wieder beendet, während sich der Polo zum Erfolgsmodell bis heute bewährt und ähnlich erfolgreich wie der VW Golf den Kleinwagenklassenmaßstab darstellt.
Der Polo I hatte bei 40 PS ganze 685 kg zu bewegen. Nach dem Ende des Audi 50 wurde er langsam aufgewertet, dann u. a. mit einem 60-PS-Motor.

VW Polo: Modellreihe 86C/2F

1981 wurde der Polo I durch seinen Nachfolger Polo II abgelöst, der als stark modellgepflegte Variante „2F“ bis 1994 gebaut wurde. Von den 1,7 Millionen produzierten Fahrzeugen waren im Februar 2007 noch über 400.000 Exemplare in Deutschland zugelassen. Die Motoren leisteten als Benziner bis zu 115 PS, auch Dieselmotoren mit bis zu 48 PS waren erhältlich. Der Polo II hatte immer eine Heckklappe, mit der er als Steilheck eher wie ein Kombi aussah. Mit deutlich schräger stehendem Heck als Coupé sprach er den sportlichen Geschmack der Käufer an. Der sportliche GT G40 (115 PS) verfügte über den umstrittenen G-Lader, der als sehr pflegebedürftig galt. Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass auch ein Stufenheck verfügbar war, anfangs Derby, später Polo Classic genannt. Viele Sondermodelle sind erkennbar am Namen der Reihe auf dem hinteren Kotflügel vor der Heckleuchte.

VW Polo: Modellreihe 6N/6N2

Von 1994 bis 2001 wurde der Polo III produziert. Durch gestiegene Komfortansprüche und Sicherheitsausstattung brachte er schon bis zu 1.100 kg auf die Waage. Entsprechend stärkere Motoren kamen zum Einsatz. 45 bis 125 PS als Benziner und 57 bis 110 PS als Diesel waren erhältlich. Er wurde zum beliebten Tuning-Fahrzeug. Zum Stufenheck Classic kam bei dieser Baureihe der Variant als Kombi dazu. Ein Caddy genannter Kastenaufbau war für Kleinunternehmer und Handwerker ein erschwinglicher Transporter. Als Schwestermodell wurde der Seat Ibiza bzw. Cordoba in Spanien gebaut, auch in Brasilien und Mexiko wurde der Polo III in einfacherer Ausführung für den dortigen Markt produziert. Das spektakulärste Modell war sicher das Sondermodell Harlekin, welches bunt gemischte Karosserieteile in grün, gelb, rot und blau besaß.

VW Polo: Modellreihe 9N/9N3

Der von 2001 bis 2009 produzierte Polo IV war schon auf die Größe eines VW Golf II angewachsen. Äußerlich unterscheidet er sich vom Vorgänger hauptsächlich durch die runden Scheinwerfer. Das sonstige Erscheinungsbild wurde größtenteils beibehalten. Zu den Seat-Modellen auf gleicher Basis gesellte sich noch der Konzernbruder Škoda Fabia. Die Stufenheckausführung nannte sich nun Polo Limousine und wurde aus Brasilien importiert. Der sportliche Charakter wurde vernachlässigt, beim 100-PS-Benziner war Schluss. Der TDI-Diesel leistete dagegen bis zu 130 PS. Erst in der überarbeiteten 9N3-Ausführung gab es ab 2006 wieder einen GTI mit 150 PS, in der Cup Edition sogar mit 180 PS. Weitere interessante Ausführungen waren der CrossPolo, der in Geländewagenoptik – allerdings ohne Allradantrieb – auf erhöhtem Fahrwerk stand, sowie der Polo BlueMotion, der alle technisch umsetzbaren Spartechniken in sich vereinte und damit nur 3,8 Liter Diesel auf 100 km verbrauchte. Der Hochdachkombi Caddy war übrigens der Poloplattform entwachsen und steht seit 2003 auf Basis des VW Golf/Touran.

VW Polo: Modellreihe 6R

Seit 2009 wird aktuell der VW Polo V produziert. Das Design ist deutlich kantiger als beim Vorgänger. Das Gewicht stieg auf bis zu 1.270 kg. Die Benzinmotoren leisten 60 bis 180 PS (GTI). Bezüglich des neuen Engagements von VW in der Rallye-Weltmeisterschaft wurde das Sondermodell Polo 2.0 R WRC mit 220 PS im Dezember 2012 vorgestellt. Dieselmotoren gibt es bis 105 PS. Ausnahme-Baureihen bleiben auch hier der GTI sowie der BlueMotion, aber auch der CrossPolo ist noch dabei. Auf Basis des Polo V wird seit 2012 der Škoda Rapid angeboten, der als geräumiges Fließheck (in Stufenheckoptik) fast die Maße des ersten Škoda Octavia erreicht.

Klassenprimus VW Polo?

Letztlich beherrscht der Polo den Markt der hochwertigen Kleinwagen schon seit Jahrzehnten als Maßstab, an dem es sich zu orientieren gilt. Er gilt als vergleichsweise teuer, dabei recht nüchtern im Design – innen wie außen. Aber ähnlich wie der VW Golf wird er eher behutsam gepflegt, so dass er immer den breiten Durchschnittsgeschmack trifft. Als Gebrauchtwagen ist der Polo als sehr robust und langlebig beliebt und häufig der Einstieg nach dem Führerscheinerwerb.

Bildquelle: ©OpenClipartVectors/pixabay.com

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