Umweltzone – Top oder Flop?

Seit einem Jahr gibt es in München die Umweltzone. Sie soll die Feinstaubbelastung und die Stickoxide in der Stadt verringern. Es dürfen nur noch Autos in die Innenstadt fahren, die über eine solche Plakette verfügen. Die Plakette gibt es in drei Farben rot, gelb und grün, wobei rot – die Plakette für Autos mit hohem Feinstaubausstoß ist. Ab 2010 dürfen nun Autos mit dieser roten Plakette nicht mehr in die Umweltzone fahren. Ab 2012 sollen dann Autos mit gelber Plakette draußen bleiben. Wer es dennoch tut dem droht ein Bußgeld von 40 Euro.

Aufwand
Zu diesem Zweck wurden rund um den mittleren Ring hunderte von Schildern aufgestellt und Plaketten verteilt. Die Plaketten kosten zwischen 5 und 10 Euro. Jetzt gibt es in München ca. 800.000 Autos. Damit sind allerdings die Pendler noch nicht berücksichtigt. Denn wer außerhalb wohnt und in der Stadt arbeitet braucht auch eine Plakette. Für die Überschlagsrechnung gehe ich mal von 1 Million Autos aus. Das macht für die Plaketten schon mal 5 Millionen Euro. Ob 5 Euro die Kosten für die Herstellung, die Verwaltung und den Versand decken ist zweifelhaft. Dazu kommen circa 500 Schilder. Ein Schild besteht aus dem Schild Umweltzone, einem Zusatzschild und der Stange für das Schild. Lassen wir so ein Schild mal 200 Euro kosten und die Kosten für das Aufstellen 100 Euro. Dann sind das nochmal 1,5 Millionen Euro.

Erfolg
Durch die Umweltplakette dürfen Stinker nicht mehr die City. Doch deren Anteil ist eh nicht so hoch. Autos mit geregeltem Katalysator haben generell die grüne Plakette bekommen. Der Feinstaub stammt nur zu einem Teil von den Autos, der Rest ist Industrie und private Haushalte (Heizung). Eine Reduktion ist nicht eindeutig auf die Umweltzone zurückzuführen. Möglicherweise hat sogar die Wirtschaftskrise einen größeren Anteil an der Reduktion des Feinstaubs. Dazu gibt es ein Gutachten vom ADAC.

Feinstaub durch Rollsplit
Anfang des Jahres wurde der Grenzwert für Feinstaub mehrmals überschritten. Schuld war jedoch keine Inversionswetterlage oder ein Oldtimertreffen. Der Grund lag in der kalten Witterung. Die Straßen werden mit Rollsplit gestreut. Durch den Abrieb des Rollsplits stieg die Feinstaubbelastung. Interessanterweise haben so auch Elektroautos zum Feinstaub beigetragen.

Fazit:
Jeder kann sich wohl vorstellen, dass die Rußwolken aus einem Diesel nicht gesund sind. Die sollen verschwinden. Aber diese Umweltzone ist eine Alibiaktion. Es werden nur wenige Autos ausgesperrt und der Erfolg ist dementsprechend gering. Die Umweltzone ist relativ klein, und außerhalb des mittleren Rings gilt diese Umweltzone schon nicht mehr. Hier wurde viel Geld ausgegeben das man sinnvoller investieren könnte. Einfacher und sinnvoller wäre gewesen die KFZ-Steuer für Stinker drastisch zu erhöhen und damit Anreize für den Einbau von Dieselfiltern zu schaffen. Schuld an diesem Aktionismus ist wohl wieder mal die EU, die mit Strafen droht.

Alternative
Wenn man 6,5 Millionen Euro zur Förderung von Solaranlagen für Warmwasser genutzt hätte wäre der Erfolg wesentlich größer gewesen. Die besten Solaranlagen haben einen Wirkungsgrad von knapp 86%. Ein Kollektor kann so 200 Liter Heizöl pro Jahr sparen. (Quelle: Sollignum: Flachkollektor) Selbst wenn man damit nur 1.000 Haushalte bestückt sind das 200.000 Liter Heizöl, die im Stadtbereich jedes Jahr nicht verbrannt werden und somit die Umwelt nicht mit Feinstaub und CO2 belasten. Dass es hier viele Möglichkeiten gibt kann man sich leicht ausmalen.

Über 

One Response to Umweltzone – Top oder Flop?

  1. Riffel sagt:

    Meiner Meinung nach könnten regenerative Energien viel stärker gepusht werden, wenn nicht große Ölkonzerne und Stromanbieter dagegen wären 😉

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