Soziale Netzwerke und der Datenschutz

Myspace, facebook, studiVZ und wie sie alle heißen – Soziale Netzwerke gehören wohl zur großen Errungenschaft des oft strapazierten Begriffs Web2.0. Freunde adden, aktuelle Stimmung anzeigen, mittels InstantMessenger Distanzen überbrücken und auf dem Laufenden bleiben, Interessen und Lieblingsfilme als auch Lieblingsbücher preisgeben, Fotos und Videos hochladen… Die Liste an Möglichkeiten ist lange und vielseitig. Doch wie wird bei den sozialen Netzwerken eigentlich mit den vielen, oft sehr persönlichen Daten umgegangen?

Mit dieser Frage hat sich eine Studie des Frauenhofer Instituts Sichere Informations-Technologie beschäftigt. Geprüft wurden Plattformen für den Einsatz im privaten Bereich (myspace, facebook, studiVZ, wer-kennt-wen, lokalisten) sowie Plattformen zur Pflege geschäftlicher Kontakte (XING, LinkedIn). Die Ergebnisse in Bezug des Datenschutzes sind jedoch nicht gerade positiv ausgefallen.

Der Umfang der Anmeldedaten sei insgesamt zu hoch. Es ist für das Institut demnach nicht zwingend notwendig, dass die Nutzer vollständige Geburtsdaten (facebook, studiVZ) oder gar die Postleitzahl des Wohnortes (myspace) angeben müssen. Ebenso wenig seien für die technische Realisierung der Dienste bei den Geschäftsplattformen die berufliche Situation der Teilnehmer nicht zwingend von Nöten.

Besonders erschreckend dürfte aber die Problematik mit der Verschlüsselung sein. Lediglich XING verschlüsselt die komplette Nutzer-Sitzung. Facebook, studiVZ und LinkedIn verschlüsseln wenigstens den Anmeldevorgang – trickreiche Angreifer könnten aber auch hier Wege finden, die Nutzersitzung zu übernehmen. Eigentlich ein Unding, aber: myspace, wer-kennt-wen und lokalisten verschlüsseln überhaupt nicht.

Und: bei allen privaten Plattformen waren Fotos oder Videos mit Kenntnis der URL von außen zugänglich. Sicherlich, oft hat eine solche URL kryptische Ausmaße, die nicht leicht zu erraten sind. Es existiert jedoch eine Software mit dem Namen Polar Rose, die solche Bilder finden kann. In den Suchergebnissen taucht dann auch jene kryptische URL auf, mit der man zum Originalplatz des Bildes gelangen kann.

Die Studie bringt noch mehr Problematiken an das Tageslicht, die zu nennen hier wohl den Rahmen sprengen würden. Insgesamt jedoch kann man sagen: Soziale Netzwerke und der Datenschutz sind zwei Komponenten, die nicht immer eng miteinander verknüpft sind.

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2 Responses to Soziale Netzwerke und der Datenschutz

  1. Tom sagt:

    Ich habe ein großes Problem mit sozialen Netzwerken. Ich mag sie nicht. Punkt aus.

    Ja, ich bin im StudiVZ angemeldet. Heute würde ich mich nicht nochmal dort anmelden. Ich werde mein Profil dort auch bald löschen – natürlich nachdem ich es verfremdet habe 😉

  2. Henry sagt:

    Also ich war und bin noch nie bei solch einem Netzwerk angemeldet – wenn ich dass alles mit dem Datenschutz hier auf dem Blog und überall anders lese weiß ich auch warum :-S

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