SEO-Mythen durchleuchtet, was ist dran?

Durch die Blogosphäre verbreiten sich oft Vermutungen, die entweder falsch verstanden bzw. irreführend weitergegeben werden und bei non-SEO Webmastern oft zu Verwirrung führen.

Tegget räumt auf mit Vorurteilen, Gerüchten und Mythen. 10 Punkte die ich gerne näher erläutern möchte:

  1. Ändert man die Crawl-Geschwindigkeit in den Google Webmastertools ist diese Geschwindigkeit definitiv für die Zukunft festgelegt.

    Offensichtlich nicht: Die Erfahrung zeigt, dass Google sich von einer manuellen Einstellung nur gering beeinflussen lässt. Der Bot bezieht auch die Aktivität der Seite mit ein und orientiert sich an der Frequenz, wie oft neuer Content veröffentlicht wird um die Crawling Geschwindigkeit einer Webseite festzulegen

  2. Eine Keyword Density von 4-5% ist der optimale Richtwert für die Optimierung von Inhalten

    Suchmaschinen sind schlau genug um bestimmte Muster oder Strukturen hinter einer Webseite zu erkennen. Es gilt den Content clever aufzubereiten um Ergebnisse zu erzielen. Es nützt wenig mit aller Gewalt auf eine bestimmte Quote hin zu arbeiten, so was kann schnell nach hinten losgehen.

  3. Je höher der Pagerank, desto besser das Ranking

    wie schon so oft ausdiskutiert und viele Male im Web nachzulesen: Der Pagerank steht in keiner Beziehung zu den Suchergebnislisten (SERPs) und verbessert das Ranking nicht.

  4. Um in einer Suchmaschine zu erscheinen, muss ich mich entsprechend dort eintragen

    Falsch. Ein themenrelevanter Link auf die Seite ist die optimalste Lösung, Suchmaschinen folgen diesem Link automatisch und werden eure Seite sofern inhaltlich in Ordnung in ihren Index aufnehmen.

  5. Flash ist schlecht für SEO

    Nicht unbedingt. Wer Flash im Einsatz hat, wird mit Sicherheit weniger Möglichkeiten haben, seine Seite für Suchmaschinen aufzubereiten. Was aber nicht heißen muss, dass die Chancen hier viel schlechter stehen als bei der Konkurrenz die auf Flash verzichtet. Konzentriert man sich auf Faktoren, die sich problemlos auch mit Flash umsetzen lassen, kann man auch hier sehr viel erreichen.

  6. Je mehr interne Links, desto besser

    Technisch gesehen ist vielleicht was dran, jedoch dreht es sich weniger um die Anzahl als um eine kreative und relevante Platzierung der Internen Links.

  7. Dynamische URLs sind schlecht für das Ranking

    Das Rewriten von URLs war in der Vergangenheit eine wichtige Onpage-Maßnahme an einer Webseite. Doch das gehört meiner Meinung nach auch mehr der Vergangenheit an. Diese nach einer leicht verständlichen Metrik zu rewriten ist später zeitsparend und bietet sich auch der Usability wegen sehr gut an, was aber für Suchmaschinen kein „Must-have“ mehr ist, sofern der Inhalt auf hohem Level gestaltet ist.

  8. Eine tiefe Seitenarchitektur ist schlecht für eine gute Platzierung in Suchmaschinen

    Nicht immer. Man sollte darauf achten, seine Verzeichnisstrukturen immer so flach wie es einem möglich ist zu halten. Aber auch tiefe Strukturen (/news/kategorie1/kategorie2/kategorie3/url.html) sind in Ordnung, sofern diese gut verlinkt und miteinander verbunden sind.

  9. Externe Links sollten mit nofollow versehen werden, damit kein Pagerank „verloren“ geht

    Der Pagerank ergibt sich aus den Seiten, die auf euch Linken und nicht zwangsweise auf wen ihr linkt. Wer mit seinen Seiten Link-Sackgassen baut, wo quasi Trust rein geht, aber keiner weitergegeben wird, wird auf Dauer mit dieser Einstellung keinen Erfolg in Suchmaschinen haben. Das Web ist dazu gedacht Informationen zu vernetzen und auch Google sieht es gerne, wenn ihr dem Besucher wirklich Seiten mit Mehrwert für ihn an die Hand gebt.

  10. Eingehende nofollow Links sind unnütz

    Technisch gesehen wurde das rel=“nofollow“ Attribut dafür eingeführt um einen Link zu entwerten. Ich denke Google hat die Möglichkeit vertrauenswürdige Links von trusthaltigen Seiten auf Relevanz zu bewerten und diese eventuell auch mit in die Bewertung mit einfließen zu lassen. Auf jeden Fall sind nofollow Links auch wichtig für ein „gesundes“ Backlinkprofil und sollten nicht zu kurz kommen beim Linkbuilding. Ein nofollow -Link von gut besuchten Webseiten zieht bei gutem Content aber nicht selten auch einige gute Links von dritten Webmastern auf seine Zielseite.

Im Rahmen des Artikels bin ich auch auf ein Interview zum Thema SEO-Mythen mit Alan Webb gestoßen, geführt im August von t3n. Vielleicht noch als ergänzendes Medium zu nennen.

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16 Responses to SEO-Mythen durchleuchtet, was ist dran?

  1. CrSystem sagt:

    Ich stimmt euch in alle Punkten zu 😉 außer Punkt 10 … :/ ich glaube nicht das ich wirklich „nofollow“ Links benötige um ein „gesundes“ Backlinkprofil zubesitzen.

  2. Alexander Holl sagt:

    Ich stimme mit Punkt 10 überein. Nofollow Links werden inzwischen umfangreich gesetzt. Gehört das aus Sichtweise von Google zu einem natürlichen Linkmix ist es sicher sehr hilfreich auch mal den einen oder anderen nofollow link beim linkbuilding dabei zu haben.
    Zu Punkt 3 – auch wenn der Page Rank heute für das Ranking nicht mehr wichtig ist, sondern trust und authority der linkgebenden Seiten, würde ich es in der Dramtik nicht sehen ( der Pagerank steht in keiner Beziehung zu den Suchergebnissliste, Der Page Rank ist nach wie vor ein Kriterium für die link popularität. Das aber der page rank nicht die bedeutung hat wie viele noch glauben,unterschreibe ich auch
    Beste Grüße und viel Erfolg für den Blog
    Alexander

  3. Sponsordealer sagt:

    gute Zusammenfassung der Mythen und hoffen wir das nicht der ein oder andere Mythos sich wieder eingemogelt hat. 🙂
    Über Punkt 10 läßt sich streiten, für meinen Teil sehe ich auch nofollow Links für ein muß an. Und wie du schon erwähnt hast, kann ein guter nofollow weitere dofollow Links bringen.

  4. Mark sagt:

    Danke für eure Kommentare!

    @CrSystem: Nofollow Backlinks bringen nicht zwangsweise Natürlichkeit in Dein Backlinkprofil. Keine Nofollow Links zu haben ist aber (vor allem bei einer hohen Backlinkanzahl) ein Zeichen, worauf Suchmaschinen durchaus reagieren und Dir eine Manipulation unterstellen könnten. Natürlich entstandene (ohne zutun von SEOs 😉 ) Links sind ja auch nicht immer Do Follow.

    @Alexander Holl: Denke Du hast meine Aussage ein bisschen zu streng genommen. Meinte damit lediglich, das ein Pagerank nicht automatisch eine Platzierung in den SERPs garantiert 🙂

    Grüße

  5. Tangier sagt:

    Ich bin auch der Meinung das nofollow Links etwas bringen, vor allem wenn sie von Autoritäten wie Wikipedia kommen. Schaden kann es auf jeden Fall nicht 😀

  6. […] tegget.de werden 10 Mythen aus der Blogosphäre erläutert, die zum Thema SEO verbreitet werden. Diese Punkte […]

  7. Markus sagt:

    Bin ja schon froh, dass Du „man muss sich in möglichst viele Artikelkataloge und Linkverzeichnisse eintragen“ nicht mehr aufnehmen musstest – zumindest dieser Mythos scheint inzwischen ausgestorben zu sein…

  8. Der Bäcker sagt:

    Angesichts der Tatsache, dass nofollow-Links oftmals von Trusted Authorities oder Social Domains kommen und kostenfrei sind, sollten sie bei keinem Link-Mix fehlen. Auch können diese Links kleinen Seiten oder schwachen Brands helfen, Traffic zu generieren.

  9. Frank sagt:

    @ Mark

    Prima finde ich Punkt 9, vielleicht glauben endlich ein paar mehr daran, dass externe Links auf Authorities (in Maßen) eher nutzen als schaden.
    Aus vorbeugender SEO-Paranoia glaube ich aber auch, dass Nofollow Links bei größeren Linkaufbau-Projekten zum Linkmix gehören sollten …

  10. SEO-Mythen – Was ist dran? | MEDIA.AG sagt:

    […] More: SEO-Mythen – Was ist dran? […]

  11. Tweets die X erwähnen SEO-Mythen durchleuchtet, was ist dran? | Tegget.de | Die Blog-Gemeinschaft -- Topsy.com sagt:

    […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von mark, mark, Christoph Konitzer, jsszund anderenerwähnt. jssz sagte: SEO-Mythen durchleuchtet, was ist dran? | Tegget.de | Die Blog … http://www.tegget.de/seo-mythen-durchleuchtet-was-ist-dran.html […]

  12. Jonas sagt:

    zu Punkt 9: ist nicht ganz up-to-date: entweder man verlinkt gar nicht, dann verliert man keinen PR und ist dann u. U. eine Sackgasse. Ob das gut ist, sei mal dahingestellt.

    Oder man verlinkt nofollow, dann verliert man den PR trotzdem. Also entweder gar nicht verlinken oder ohne nofollow (bei Relevanz mein Favorit).

  13. […] durchleuchtet, was ist dran? Link #SEO […]

  14. Roben sagt:

    Gute und aktuelle Inhalte werden automatisch gut verbreitet und mit guten Links versehen. Die Zeit, die man in Tricksereien investiert, sollte man besser in die Wertigkeit investieren. Dann klappts auch mit den Platzierungen und das Web wird für alle wertvoller.

  15. Fury sagt:

    Also das mit dem Pagerank kann ich bestätigen, viele Seiten haben 0 oder 1 und ranken in der organischen Suche eisern auf PLatz 1.

    Viele Grüße

  16. Stefan sagt:

    Ich finde es sehr gut das hier mal die wichtigsten 10 Punkte aufgeführt werden. Besonders der Punkt mit dem Pagerank ist viel interessanter als man im ersten Moment vermuten würde. Es kommt regelmäßig vor das sich bei mir SEO-unerfahrene Webmaster melden die immer noch der Meinung sind das Ranking würde auch vom Pagerank abhängen. Wenn man aber mal bedenkt das nicht selten Webseiten mit niedrigem Pagerank vor denen mit einem hohen Pagerank gelistet sind dann ist dies doch schon ein sehr eindeutiger Beweis.
    Bei Punkt 2 bin ich der Meinung das man eigentlich gar keinen pauschalen Wert angeben kann wie häufig ein Keyword im Text vorkommen sollte. Dies dürfte von sehr vielen Faktoren abhängen. Sicherlich wird Google bei einem wissenschaftlichem Artikel einer Uni eine höhere Keyword Density akzeptieren als bei einer Produktbeschreibung eines Onlineshops. Wenn ich Artikel schreibe versuche ich nicht einen bestimmten Prozentsatz an Schlüsselwörtern unterzubringen sondern formuliere die Texte immer so wie man es auch normalerweise schreiben würde. Dies ist meiner Meinung nach die einzige Möglichkeit den Text auch wirklich natürlich wirken zu lassen. Wenn man alles nur mit Keywords vollstopft wird dies nicht nur von Google & Co erkannt sondern auch vom Leser als störend empfunden.

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