SEO – Make or Buy?

Sicher wurde jeder Betreiber eines Online-Shops – sei er auch noch so klein – schon einmal von einer SEO-Agentur kontaktiert mit dem Vorschlag, die Aktivitäten im Bereich der Suchmaschinenoptimierung in fremde, also in Agentur-Hände zu legen. Angesichts solcher Anfragen stellt sich die Grundsatzfrage, ob man die Anstrengungen im SEO-Bereich outsourced oder ob man sie weiterhin inhouse betreibt.

Ein spontanes „Ja“ für eine Agentur kann man sicherlich nur dann aussprechen, sofern ansonsten aufgrund der Prioritäten gar kein SEO betrieben würde. Ein grundsätzliches „Nein“ würden solche Webseitenbetreiber aussprechen, die alle Aktivitäten inhouse erbringen, so weit dies möglich ist.

Ein starkes Argument für Inhouse-SEO ist der Sachverhalt, dass die Suchmaschinenoptimierung sinnvoll nur betrieben werden kann, sofern man einen guten Einblick in die Besucherströme hat und sieht, über welche Keywords in einem Shop z.B. die Käufe wirklich erfolgen. Dieses Wissen, will und sollte nicht jeder Shopbetreiber leichtfertig an Agenturen herausgeben, weil diese ja auch langfristig einmal für den direkten Wettbewerb tätig werden könnten. Wer solche Bedenken hat, könnte aber dennoch bestimmte Bereiche der Suchmaschinen-Optimierung an dritte auslagern.

Ein relativ unproblematischer Bereich ist die Onsite-Optimierung. Hier ist es sicherlich immer sinnvoll, sich extern beraten zu lassen, weil man selbst in der Regel nicht alle Potentiale bei der internen Verlinkung ausschöpft, die ausschöpfbar wären. Hierzu muss man auch nicht zwingend Einblick in seine Analytics-Konten gewähren.

Im Bereich des externen SEO – also dem Linkaufbau – kann man sicher auch einmal eine Agentur bemühen. Hier sollte der Seitenbetreiber allerdings feste Vorgaben machen. Auch muss klar sein, für welche Leistungen man, was bezahlt und was mit den generierten Links am Ende des Engagements der Agentur passiert. Bleiben die Links stehen, weil diese durch seriöses Handwerk sauber aufgebaut wurden, oder verschwinden die Links von Satelliten-Seiten der Agentur und werden direkt auf den nächsten Wettbewerben umgelenkt?

Wer in diesem Bereich eine Agentur bemühen will, sollte folgende Fragen stellen:

1.)    Wie erfolgt der Linkaufbau?
2.)    Wie erfolgte der Linkaufbau bei Referenz-Kunden?
3.)    Wird garantiert, dass der Linkaufbau nur mit Google konformen Methoden betrieben wird?
4.)    Was passiert mit den Links nach dem Ende der Zusammenarbeit?

Wird eine kontinuierliche Zusammenarbeit angestrebt, sollte man auf jeden Fall auch eine anreizkompatible Abrechnungsform wählen. Gute Arbeit muss einerseits gut bezahlt werden. Man sollte aber von einer leistungsabhängigen Bezahlung, die an Google-Positionen festgemacht wird, absehen. Diese führt oft dazu, dass sich Agenturen auf die Erreichung der Position fixieren und sich nach erreichen darauf ausruhen. Vielmehr sollte der (konversionsstarke) Traffic über Suchmaschinen langfristig und kontinuierlich steigen. Bei einer solchen Festlegung kommt auch der so genannte Long Tail-Traffic nicht zu kurz.

Fazit: Auch wer aus Konkurrenzgründen die Suchmaschinen-Optimierung lieber selbst betreiben will, der kann dennoch Teilbereiche an Agenturen vergeben, damit es in diesem Bereich schneller voran geht. Man sollte jedoch die genannten Fragen stellen, damit die Zusammenarbeit mit der SEO-Agentur langfristig von Erfolg gekrönt ist.

Zum Autor: Klaus-Martin Meyer arbeitet als Leiter Online-Marketing für die telefon.de Handels AG und beschäftigt sich dort u.a. mit den Bereichen SEO, SEM und Affilate-Marketing.

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