Die Geschichte der Online Spiele

Heute sind Online-Spiele kaum wegzudenken und für viele Menschen ein extensives Hobby, das Ablenkung vom tristen Alltag bietet. Sie sind medial sehr präsent, da sie inzwischen fester Bestandteil im Leben von vielen Jugendlichen. Sie feiern sogar gemeinsame Lan-Partys, wo sie sich im Reallife treffen um miteinander zu zocken. Doch was sind eigentlich die historischen Wurzeln dieser Spiele? Was macht ihre Faszination aus? Und wie konnten sie sich in so wenigen Jahrzehnten soweit verbreiten?

Meilensteine in der Geschichte der Online-Spiele

Tennis for two

Tennis for two

1946 entwickelte Thomas Goldsmith das erste Computerspiel für den Röhrenrechner. Zwölf Jahre später stellte der amerikanische Physiker Higinbothoim das erste Videospiel „Tennis for two“ vor. Doch bis sich derartige Spiele in die heimischen Wohnzimmer ausbreiten, sollte es noch eine Weile dauern. Das erste Spiel, das auch heute noch populär ist und auf Smartphones gedaddelt wird, ist „Space Invaders“. Bei dem vom MIT entwickelten Spiel steuert man ein Raumschiff durch das All. Den Grundstein für die heutigen Heimkonsolen legte Ralph Baer mit seiner „Brown Box“.
Ein Jahr später haben Akademiker erste E-Mail Spiele entwickelt und diese auf Rechnern an der Universität gespielt. Anfang der 70er kam dann mit der Odyssey die erste Konsole für heimische Wohnzimmer auf den Markt. Einige Jahre später kam das Spiel „Pong“ aus dem Hause Atari raus. Das einfache Tennisspiel ist auch heute noch auf vielen Smartphones zu finden. 1986 erschien „Habitat“. Hierbei ermöglichte AOL bis zu 16 Spielern gemeinsam in einer Online-Welt zu spielen. Mit dem World Wide Web 1993 stand dem Massenerfolg der Online-Spiele nichts mehr im Wege. Nur drei Jahre später kam „Meridian 59“ auf den Markt, das erste Online-Spiel, das auf CD erhältlich war.

Auf Umwegen ins Wohnzimmer

Der Klassiker

Der Klassiker

Zunächst wurde vornehmlich an Spielautomaten gezockt. Diese boomten während der 70er und 80er Jahre. Durch die günstiger gewordene Fernsehtechnologie konnten die Automaten in Massen produziert werden. Sie waren weitverbreitet in diversen öffentlichen Orten wie Supermärkten oder Kiosken. Diese Entwicklung weitete sich schnell auf die Haushalte aus. Es wurden vermehrt Heimcomputer, wie wir sie heute kennen, und Spielkonsolen gekauft.
Die PCs in den 80er Jahren waren anfangs nicht sonderlich Leistungsstark, verbesserten sich aber mit der Zeit. Der C 64 Computer war ein maßgeblicher Faktor für diese Entwicklung. Im Bereich der Grafik musste es aber noch Verbesserungen geben. Es hatten zwar einige Privatpersonen inzwischen einen PC zu Hause, die breite Masse allerdings besaß keinen. Die Ausbreitung des World Wide Webs jedoch schritt in den folgenden Jahren stark voran.
Der ATARI, eine der ersten Spielkonsolen, folgten die Nintendo 64 und Sony Playstation. Heute dominieren die PS3 und die XBOX 360 den Markt. Aber auch im Computerbereich waren Fortschritte zu verzeichnen: Text-Adventures, MUD (Multi User Dungeon) und die klassischen Brettspiele waren auf dem Vormarsch. Das erste Online-Game, das auch eine große Community hatte, hieß „Ultimate Online“ und erschien 1997. Seitdem ist der Markt ständig und sehr schnell gewachsen.

Rasante Entwicklung und Ausbreitung

Ein beliebter Ego-Shooter

Ein beliebter Ego-Shooter

Auch in Sachen Vielfalt ging es gut voran. Sowohl die Spielvariationen als auch die Genres entwickelten sich. Bei Actionspielen, auch Ego-Shooter genannt, kommt es auf gute Reflexe an. Mit am erfolgreichsten in diesem Bereich ist die „Call of Duty“ Reihe. Bei Rollenspielen wie World of Warcraft erlebt der Spieler Abenteuer und muss sogenannte Quests erfüllen. Bei Strategiespielen wie Age of Empires gilt es eine Stadt aufzubauen und den Gegenspieler in einer Schlacht zu bezwingen. Zudem gibt es noch weitere Genres wie Jump and Run, Simulationsspiele oder Retrospiele.
Seit ihrer Erfindung gewinnen Online-Games zunehmend an Bedeutung. Mehr als jeder Dritte nutzt das Internet zum Spielen. Auch auf Smartphones kann man sich inzwischen mit diversen Minispielen online mit seinen Freunden und Kollegen messen.

Heutiger Stand und öffentliche Kritik

Nicht jedes Spiel ist ohne Altersbegrenzung

Nicht jedes Spiel ist ohne Altersbegrenzung

Online-Spiele sind heute nichtmehr wegzudenken. 14 Millionen Deutsche spielen Online und Browser-Games. Durch die Gebühren, die man für die Spiele zahlen muss, wurden 2012 124 Millionen eingenommen. Der durchschnittliche Online-Gamer ist 33 Jahre alt und ist männlich. Neben diesem eindeutigen Erfolg in Sachen Wirtschaftlichkeit und Verbreitung gibt es auch Schattenseiten. Einige der Spiele – insbesondere Rollenspiele wie World of Warcraft – bergen ein enormes Suchtpotential. Der Betroffene vernachlässigt hierbei seinen Beruf und sein soziales Umfeld um sich komplett dem Spiel hinzugeben. Er nutzt es exzessiv und verbringt täglich mehrere Stunden vor dem Computer. Außerdem wird in den Medien häufig diskutiert ob Ego-Shooter das Gewaltpotential von Jugendlichen erhöhen. Teilweise werden sie sogar mit Amokläufen in Verbindung gebracht. Als kürzlich das Playstation Network gehackt wurde, wurde auch der Datenschutz im Zusammenhang mit Online-Spielen hinterfragt. Auch der mangelnde Jugendschutz wird häufig kritisiert. Trotzdem sind die meisten Jugendlichen große Fans von den Spielen und erachten die Kritik als unangebracht.

Bildquellen: Wikimedia Commons

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