Was weiß die NSA über mich?

Es ist ruhig geworden um Edward Snowden, der Wirbel hat sich gelegt. Vor einigen Wochen noch war er auf dem Cover von nahezu jeder Wochenzeitschrift. Anfang Juni enthüllte der Whistleblower brisante Informationen über seinen Arbeitgeber, die National Security Agency. Die NSA überwacht Internet und Telekommunikation in ungeahntem Maße. Sogar wichtige EU-Gipfel wurden abgehört. Doch wie viel weiß die NSA über dich und mich? Mehr dazu hier.

Geschichte der Enthüllungen

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Am 20. Mai 2013 begab Snowden sich nach Hongkong, um dort Asyl zu erbitten. Dort traf er sich unter anderem mit Glenn Greenwald, einem Guardian-Reporter, dem er mehrere geheime Dokumente der NSA und ein Video-Interview übermittelte. Auch im Spiegel gab er ein Interview, in dem er verriet, dass auch die deutschen ihre Finger bei der Spionage-Affäre mit im Spiel haben.

PRISM

Bei PRISM geht es um amerikanische IT-Unternehmen wie Apple, Facebook, Google oder Skype, die Daten an die NSA weitergeben. Die Unternehmen selbst meinen dazu, dass sie Daten nur weitergeben, wenn ein richterlicher Beschluss vorliegt.

Deutschland

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Hierzu ein Zitat aus dem Spiegel: „Aus einer vertraulichen Klassifizierung geht hervor, dass die NSA die Bundesrepublik zwar als Partner, zugleich aber auch als Angriffsziel betrachtet. Demnach gehört Deutschland zu den sogenannten Partnern dritter Klasse. Ausdrücklich ausgenommen von Spionageattacken sind nur Kanada, Australien, Großbritannien und Neuseeland, die als Partner zweiter Klasse geführt werden. „Wir können die Signale der meisten ausländischen Partner dritter Klasse angreifen – und tun dies auch“, heißt es in einer Präsentation.“ Das heißt also der BND hilft den Amerikanern zwar bei ihrer Arbeit als Datenkrake, überwacht werden wir aber trotzdem selber. BND und NSA arbeiten eng zusammen. Pro Tag überwacht die NSA bis zu 60 Millionen deutsche Telefonate.

Was weiß die NSA über mich?

Wenn Sie zu den 1,11 Milliarden facebook-Nutzern gehören, ziemlich viel. Facebook gestattet 79% aller amerikanischen Anfragen nach Nutzerdaten. Hierbei geht es meist um die Aufklärung von Straftaten. Es werden Fotos, Chatverläufe, Freundeslisten und Geodaten preisgegeben. Soweit die offizielle Erklärung von facebook zur Zusammenarbeit mit der NSA. Wie weit sie wirklich geht, das kann niemand so genau sagen.

Edward Snowden

Edward Snowden

Wie viel weiß man, wenn man die Metadaten kennt?

Die NSA weiß also wer mit wem wann kommuniziert. Ist das wirklich so schlimm? Es kann dadurch mehr Rückschlüsse auf das Privatleben geben, als man im ersten Moment vielleicht denkt. Wenn man ein Profil von Ihnen – nur beruhend auf Ihrem Mailverkehr erstellt, so wird recht schnell klar, mit wem Sie in einer Geschäftsbeziehung stehen und daher regen Mailverkehr mit ihm führen. Findet die NSA eine Mailadresse, mit der von Ihren E-Mail-Kontakten sonst niemand schreibt, so könnte es sein, dass es Ihre Geliebte oder Ihr Drogenhändler ist, von dem niemand in Ihrem Umfeld weiß.

Man gibt also mehr von seiner Privatsphäre preis, als man denkt. Vielleicht sollte man es sich demnächst zweimal überlegen, ob man sich mit Freunden im Kino „markiert“ oder wem man eine E-Mail schreibt.

Über 

One Response to Was weiß die NSA über mich?

  1. Monika sagt:

    …und schon hat der Beitrag wieder an Brisanz gewonnen – Stichwort: Abhören des Handys von unserer Kanzlerin! Was zeigt mit wieviel (man möchte fast sagen: krimineller?) Energie sich die US Geheimdienste Infos beschaffen. Daten von Facebook, Google und Co abgreifen mutet da schon fast „langweilig“ an.

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