Markenportrait: Daihatsu

Daihatsu ist eine japanische Automarke. Das Unternehmen hat sich auf den Vertrieb kleiner Fahrzeuge spezialisiert. Zum 90-jährigen Firmenjubiläum 1997 wurde als Philosophie des Unternehmens erklärt, kleine Autos herzustellen, die ressourcenschonend und ökologisch ausgerichtet sind.

Historie des Unternehmens

Gegründet wurde das Unternehmen bereits 1907. Damals hieß die Firma Hatsudoki Seizo Company. Nachdem sie einige Jahre Motoren hergestellt hatte präsentierte sie 1930 ein motorisiertes 3-Rad-Fahrzeug. 1937 brachte das Unternehmen schließlich sein erstes 4-Rad-Fahrzeug heraus. Nach dem 2. Weltkrieg wurden zunächst wieder 3-Rad-Fahrzeuge gebaut und 1951 nannte man die Firma in Daihatsu Motor Co., Ltd. um. Im Jahr 1958 präsentierte das Unternehmen das 4-Rad-Nutzfahrzeug Vesta. Weitere Modelle folgten, sowohl Nutzfahrzeuge als auch Personenwagen. 1966 schließlich wurde der Prototyp eines Kleinwagens mit elektrischem Antrieb vorgestellt. In der Folge wurde Daihatsu ein führender Hersteller von Elektrofahrzeugen. 1967 ging Daihatsu eine Partnerschaft mit Toyota ein und stetig wurden die Automodelle weiterentwickelt. Heute ist Daihatsu die Nr. 7 der japanischen Hersteller und die Nr. 18 weltweit.

Einige Erfolgsmodelle von Daihatsu

In dem über 100-jährigen Bestehen von Daihatsu gab es immer wieder Erfolgsmodelle. So stieg die Fahrzeugproduktion kontinuierlich an. 1960 kam beispielsweise der „HiJet“ heraus, damit schnellte die Produktionszahl von 38.000 auf 121.000 Fahrzeuge hoch. 1970 präsentierte Daihatsu das erste Elektrofahrzeug, den Golf-Cart „Masters“. Das war der Beginn einer Erfolgsserie, die Daihatsu schließlich zum weltweit größten Hersteller von elektrisch betriebenen Autos machte. Der „Charade“ wurde 1977 eingeführt und 1978 zum Auto des Jahres 1977 gekürt. Damit hatte Daihatsu ein weiteres erfolgreiches Modell im Angebot. Die Siege des Wagens 1981 bei der Monte Carlo Rallye und 1982 bei der Safari Rallye konnten die Produktion noch weiter ankurbeln. 1993 wurde schließlich der „New Charade“ eingeführt. Die neueste Generation des Modells New Charade gibt es seit 2011. Er ist ein umfangreich ausgestatteter Kompaktwagen mit niedrigen Verbrauchswerten und einem gut nutzbaren Innenraum. Der 1980 in Japan als „Mira“ vorgestellte Wagen wird in Europa unter dem Namen „Cuore“ vertrieben. Den Cuore gibt es bis heute. Er ist ein kleiner Personenwagen mit einem sehr geringen Kraftstoffverbrauch von 4,5 l Benzin auf 100 km. Trotz der geringen Länge von 3,46 m bietet der Innenraum dabei verhältnismäßig viel Platz. 1997 kam der „Terios“ auf den Markt, ein Geländewagen mit Allradantrieb. Seit 2009 gibt es ein überarbeitetes Modell. Die Ausstattung ist dabei in Sachen Komfort und Sparsamkeit weiter optimiert worden. Die Preise der Daihatsu-Modelle bewegen sich im mittleren Bereich.

Neue Entwicklungen zur Marke Daihatsu

Am 31.01.2013 stellte Daihatsu den Fahrzeug-Export nach Europa ein. Damit kann man in Deutschland kein Neufahrzeug dieser Marke mehr erwerben, wohl aber noch Gebrauchtwagen. Seit dem 01.02.2013 hat die Firma EF D Teile und Service GmbH das operative Servicegeschäft für Deutschland und Österreich übernommen. Damit bleibt der Service für den Kunden erhalten und man kann weiterhin Ersatzteile bekommen. Auch Garantie und Kundendienst werden gewährleistet.

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4 Responses to Markenportrait: Daihatsu

  1. Sascha sagt:

    Ich finde es total interessant das es dieses Unternehmen seit 1907 gibt. Meine Exfreundin fuhr einen Daihatsu Sirion und fuhr damit in der Tiefgarage an einen Pfeiler. Das Ding sah danach aus wie nach einen Zusammenstoß mit einem 7,5 Tonner. Vorteil: Wir konnten mit einem Seil, was wir um einen Betonpfeiler und die Stoßstangen wickelten, die komplette Front wieder zurechtbiegen 🙂 Kein wunder das diese Autos keiner mehr kaufen will.

  2. Mike Schünemann sagt:

    Vorweg: Informativ – gut gemachte Seite.

    Deutsche mögen vor allem Einheitsbrei. Gern Kombis, aber nur in allen möglichen Grautönen, schwarz oder blau. Sie werden Daihatsu nicht vermissen. Schade, denn wer mal genauer hinschaut und ein Herz für Exoten hat, der fand in YRV, Terios oder Materia praktische Autos für Individualisten mit kleinem Geldbeutel.

  3. uv.web sagt:

    Diese Fahrzeuge der kleinen, aber excellenten feinen Autoschmiede werden ja schon allenthalben schmerzlich vermisst.
    Aber diese Technologie ist nicht vorenthalten, fährt glücklicherweise hier überall in Form anderer Marken umher.
    Dass nun DAIHATSU in Europa nicht funzte, liegt an den hohen Spezialisierungsgrad und weil es eben kein beliebiges Jedermannauto ist.
    Und nicht etwa, weil es nicht taugt – sondern schlichtweg nicht billig genug ist.
    Qualität erfährt hierzulande leider bekanntlich nicht die entsprechende Würdigung.
    Seitdem DAIHATSU nicht mehr in den europäischen Markt hineingedrückt wird, geht es dem Hersteller (noch) besser.
    Innovation findet nun eben erst einmal woanders statt…..

  4. Hermann sagt:

    Daihatsu war in den letzten Jahren eine sehr wenig beachtete japanische Kleinwagenmarke. Bis in die 1990er-Jahre stand es etwas besser um die Marke, viel mehr als 0,5 Prozent Marktanteil haben sie in Europa aber nie erreicht. Das Marketing wurde immer weiter reduziert, zuletzt war es nicht mehr vorhanden. Dabei hätte Daihatsu gute Gründe für ein besseres Marketing gehabt, denn Daihatsu-Fahrer waren immer überdurchschnittlich zufrieden mit ihren Autos — wenn man den Prestigewert einmal ausklammert.

    Ich selbst bin 5 Jahre lang den jetzt noch aktuellen Cuore L276 gefahren. In der Hinsicht, wofür der Cuore steht, nämlich für einen wirtschaftlichen und zweckmäßigen Kleinstwagen, bin ich von diesem Auto noch immer absolut begeistert. Das Raumangebot ist für die Größe des Autos unglaublich gut, die Betriebskosten sensationell niedrig. Ja, und dieser kleine Daihatsu-Dreizylindermotor, die letzte Ausbaustufe seit 1977, ist bezüglich Effizienz und Zuverlässigkeit ein wahrer Geniestreich. Im Cuore L276 sind damit reale Verbrauchswerte von unter 4 Liter möglich, und das ohne Windschattenfahren oder sonstige Kunstgriffe.

    Dieser 1KR-FE-Motor wurde 2005 im Sirion vorgestellt, bis heute ist seine Effizienz trotz des aktuellen Dreizylinder-Booms (wer war wohl das Vorbild?) unerreicht. Keiner der neueren Dreizylinder — auch nicht der preisgekrönte Ford-Dreizylinder — kommt an die Effizienz dieses Motors heran. Auf Spritmonitor.de ist der Cuore L276 immer noch einer der sparsamsten Benziner, und das dürfte wohl noch länger so bleiben.

    Derzeit ist dieser Motor noch in den Drillingen Citroen C1/Toyota Aygo/Peugeot 107 und im aktuellen Toyota Yaris und IQ verbaut. Die Neuauflage von C1/Aygo/107 im Jahr 2014 soll ja die PSA-Dreizylinder bekommen, bei Toyota ist die Zukunft des Daihatsu-Dreizylinders auch ungewiss. So verschwindet Daihatsu — zumindest in Europa — komplett von der Bildfläche. Sehr schade eigentlich.

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