Kenianer knackt Marathon-Weltrekord in Berlin

Nach 2:03:23 Stunden traf der Kenianer Wilson Kipsang Kiprotich im Ziel ein. Damit unterbot er die bisherige Bestzeit von Patrick Makau Musyoki von 2:03:38 um 15 Sekunden. Dieser hatte den Rekord vor 2 Jahren und wie es der Zufall so will ebenfalls beim Berlin-Marathon aufgestellt. Die 5 schnellsten am Sonntag waren alle Landsmänner von Kipsang – allesamt aus Kenia.

 

Der Verlauf des Rennens

Wilson_Kipsang_Kiprotich_2012_London_Marathon

Der ehemalige Weltrekordhalter Haile Gebrselassie gab das Startsignal und 41.000 Teilnehmer machten sich auf den beschwerlichen Weg, der sich über mehr als 42 Kilometer hinzieht. Sowohl bei der 5, als auch bei der 10 Kilometer-Marke, lag Kipsang hinter den bisherigen Rekordzeiten. Trotzdem reichte es am Ende: „Ich habe meinen Traum wahr gemacht, mein Plan ist aufgegangen. Ich war auf den letzten Kilometern noch sehr stark, da habe ich nochmal angegriffen“, so der freudestrahlende Erstplatzierte.

 

Flitzer sorgt für Probleme

Man verstärkte aufgrund der Anschläge auf den Bostoner Marathon, wo drei Menschen ums Leben kamen, die Sicherheitsvorkehrungen. Trotzdem kam es auf den letzten Metern vor dem Ziel noch zu einem Zwischenfall: Ein Flitzer – der bereits bei der Bundesliga-Partie zwischen Hannover und Augsburg für Aufsehen sorgte – überquerte die Marathonstrecke. Der Flitzer überquerte dann die Zielline noch vor Kipsang und kam sogar mit aufs Zielfoto.

 

William_Kipsang

Opferbereitschaft

10 Jahre lang arbeitete er auf seinen Traum hin. Diesmal passte alles. Die Wettervoraussetzungen waren optimal. „Als ich den Wetterbericht gehört habe, wusste ich, dass es klappen könnte.“ meinte der Profisportler. Und die Strecke in Berlin ist auch sehr beliebt bei den Läufern, dort werden regelmäßig Bestzeiten erzielt.

 

Preisgeld

Kipsang gewann mit seinem Rennen 40.000 Euro dafür dass er der schnellste an diesem Tag war. Außerdem erhält er 50.000 Euro dafür, dass er der neue Weltrekordhalter ist. Eine stolze Summe, aber dennoch recht wenig, wenn man es mit den Preisgeldern von anderen Spitzensportlern vergleicht. Der Sieger der Fußball Champions-League beispielsweise kassiert 37,4 Millionen Euro. Der Wimbledon-Gewinner erhält 26,38 Millionen Euro.

Gründe hierfür sind die zunehmende Kommerzialisierung der Mainstream-Sportarten. Im Fußball ist einfach mehr Geld im Spiel. Allein durch die TV-Rechte oder die Übernahme von Vereinen durch arabische Geldgeber werden Millionen gescheffelt. Im Vergleich dazu wirkt das Preisgeld von Kipsang doch recht bescheiden, wenn man bedenkt, dass er auf lange Strecken momentan der schnellste Mann der Welt ist.

 

Geschichte des Marathon

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490 v. Chr. Schlugen die Athener die Perser in einer Schlacht im Dorf Marathon. Der Boote, der die Siegesnachricht nach Athen überbrachte, musste dafür 40 Kilometer zurücklegen und fiel der Legende nach sofort danach Tod um. 1896 führte Michael Bréal in Erinnerung an jenen Booten den Marathonlauf bei den olympischen Spielen ein.

 

Wieso gerade 42,195 Kilometer?

Die genaue Länge der Strecke war vor über 100 Jahren noch unbedeutend. Mal war die Strecke 39 km lang, mal 41. Gewonnen hatte einfach, wer zuerst im Ziel ankam. Warum also genau 42,195
Kilometer
? 1908 wollte die englische Prinzessin bei der Olympiade in London den Start des Marathons von ihrem Palast aus beobachten können. Daher schusterte man die Strecke passend zusammen und so ergab sich zufällig diese krumme Zahl.

Bilquellen: Wikimedia Commons

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