Lügen aufdecken

Die Fähigkeit zu besitzen festzustellen, ob jemand lügt, kann sich im Alltag als äußerst nützlich erweisen. Denn jeder Mensch lügt 30 bis 40 mal am Tag. Fast niemand ist in der Lage seine Lügen vollständig zu verbergen. Wie man Wahrheit von Unwahrheit unterscheiden kann, erfahren Sie hier.

Wer lügt, der muss sich stark konzentrieren. Man darf sich nicht in seinem Lügennetz verheddern. Man darf nichts durcheinander bringen, da man sonst auffliegt. Bei der Konzentration auf die Lügengeschichte bleiben andere Dinge auf der Strecke: Man kann nichtmehr auf seine Körpersprache achten. Unbewusst zeigt man zum Beispiel mit seinem Gesichtsausdruck für den Bruchteil einer Sekunde eine Emotion, die man eigentlich verbergen will. Sowas nennt man einen Mikroausdruck. Eine kurzzeitige Entgleisung der Gesichtszüge.

Paul Ekman, ein Wissenschaftler, der sich dem Gebiet der Mimikresonanz widmet, spricht von sieben Emotionen, die jeder Mensch auf der ganzen Welt, unabhänig von seiner Kultur, mit dem gleichen Gesichtsausdruck zeigt. Ekel, Verarchtung, Ärger, Angst, Freude, Trauer und Überraschung. Ekman arbeitet eng mit FBI und Polizei zusammen. Er hilft bei der Verbrechensbekämpfung indem er Lügner bei Verhören überführt. Außerdem schult er Sicherheitspersonal an Flughäfen, damit Verdächtige schneller erkannt werden. Ekman kennt laut eigener Aussage alle 10.000 Gesichtsausdrücke, die das menschliche Gesicht mit seinen 43 Muskeln annehmen kann.

Aber auch Sie als Laie können Lüge von Wahrheit unterscheiden, wenn Sie einige Dinge beachten. Wer lügt, ist gestresst, weil er Angst hat, dass er auffliegt. Dieser Stress äußert sich beispielsweise durch Fingertrommeln oder Festklammern an einer Stuhllehne. Außerdem ist die Antwort oft auswendig gelernt. Das heißt man hört an der Intonation und dem Sprachduktus, dass es etwas runtergeleiert wird. Außerdem kommt die Antwort oft zu früh, weil der Gefragte nicht erst über die Antwort nachdenken muss.

Viele denken, wer lügt weicht dem Blick des Gegenübers aus. Genau das Gegenteil ist aber der Fall: Lügner starren meistens eher denjenigen an, von dem sie wollen, dass er Ihnen glaubt. Außerdem sollte ein leichter Anflug von Nervosität sichtbar sein. Ein leichtes flackern der Augenlider oder ein kurzes zucken des Mundwinkels.

Wenn ein Lügner mit seiner Geschichte am Ende ist, lassen Sie ihn sie noch einmal erzählen – nur diesmal rückwärts. Etwas, das wirklich passiert ist, kann man ohne große Mühen auch nicht in chronologischer Reihenfolge erzählen. Wenn Sie auf die Frage: „Was haben sie gestern Abend gemacht?“ mit einer Lüge antworten, so wird es schwer sein die Geschichte ein zweites Mal ohne zu Zögern rückwärts zu berichten.

Außerdem sollte man beachten, welche Fragen man stellt, wenn man der Wahrheit auf der Spur ist. Fragen die nur ein ja oder ein nein nach sich ziehen, sind ungünstig. Je länger die Antworten des Befragten sind, desto höher die Chance, dass Ihnen etwas an seiner Körpersprache auffällt. Zudem wird es wahrscheinlicher, dass er sich selbst widerspricht und so auffliegt.

Wenn Sie diese Tipps beachten, sollten Sie besser abschätzen können, wer die Wahrheit spricht. Immer wissen, ob jemand lügt oder nicht, das können nur die aller wenigsten. Doch es gibt sie, die Naturtalente. Der Eingangs erwähnte Wissenschaftler Ekman testete bei seinem sogenannten Wizards-Projekt, ob Menschen in der Lage sind festzustellen, wer ein Lügner ist und wer nicht. Von den fast 20.000 getesteten Menschen waren nur 50 in der Lage Lüge und Wahrheit zu unterscheiden. Aber wer weiß, vielleicht sind Sie ja auch so ein Naturtalent?

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One Response to Lügen aufdecken

  1. Peter Berg sagt:

    Klasse Bericht. Mein neues Wissen werde ich jetzt erstmal bei dem ein oder anderen ausprobieren. Ich finde es sowieso besser die Wahrhheit zu sagen. Nichts kann so schlimm sein das man lügt.

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