Informationen zur Mietbürgschaft

Eine Mietbürgschaft kommt zum Einsatz, wenn bei einer Mietwohnung keine Barkaution geleistet werden kann. Gerade für Studenten stellt sich häufig das Problem: Der Vermieter akzeptiert den neuen Mieter nur, wenn dieser eine Mietbürgschaft vorweisen kann, vorzugsweise von seinen Eltern. Das bedeutet, dass der Mieter einen Bürgen einsetzt, den der Vermieter ohne ein weiteres Kontaktieren des Mieters in Anspruch nehmen kann. Bei der Mietbürgschaft kann des weiteren vertraglich geregelt werden, das der Vermieter mit einer einmaligen Aufforderung die Zahlung erhält. Da es sich bloß um eine Unterschrift handelt, fragen sich in dem Moment sicherlich die wenigsten Menschen: Was bedeutet Mietbürgschaft? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für denjenigen, der die Bürgschaft stellt?

Die Mietbürgschaft

Mietbürgschaft

Die Mietbürgschaft ist vor allem für junge Leute, wie Studenten sinnvoll

Im Falle einer Bürgschaft wird ein Bürge oder auch mehrere Bürgen eingesetzt. Diese müssen, wenn es so weit kommen sollte, eine nicht beglichene Miete oder einen Sachschaden bezahlen. Eine weit verbreitete Form der Mietbürgschaft ist, wenn Eltern für die Wohnung der Kinder bürgen. Hierbei ist die genaue Bezeichnung eine selbstschuldnerische Bürgschaft. Für die Mietbürgschaft tritt eine ebensolche Absicherung in Kraft, als wenn eine Barkaution hinterlegt wurde. Die Bürgschaft gewährleistet dem Vermieter, dass ein Sachschaden in den Wohnräumen oder die Mietausfälle beglichen werden. Für den Mieter ergeben sich bei einer Mietbürgschaft enorme Vorteile. Er benötigt vorab kein Geld um die Mietkaution zu begleichen und kann somit schneller in die Wohnräume einziehen.

Die Ausfallbürgschaft

Die Ausfallbürgschaft tritt dann in Kraft, wenn der Mieter die Miete nicht zahlen kann. Auf Anforderung des Vermieters muss der Bürge den ausstehenden Betrag begleichen. Hierfür ist jedoch ein gesondertes Verfahren mit rechtlichen Schritten erforderlich. Die Ausfallbürgschaft wird von vielen Vermietern wegen des hohen Arbeitsaufwandes nur in seltenen Fällen akzeptiert.

Oft genutzte Miet-Bürgschaft

Vertraglich festgelegt wird eine Mietkautionsbürgschaft zwischen dem Mieter und dem Vermieter. Diese muss flexibel und transparent dargelegt werden. Diese Form der Bürgschaft steht nahezu jedem Mieter in Deutschland zur Verfügung. Diese Mietkautionsbürgschaft ist günstig und besonders profitabel für Mieter, deren Budget nicht ausreicht, eine Mietkaution zu hinterlegen. Vermieter profitieren ebenso von diesen Konditionen, da im Falle eines Falles das ausstehende Geld zeitgemäß vom eingesetzten Bürgen beglichen wird.

So funktioniert die Mietbürgschaft

Ein Bürge, der nicht im Mietvertrag erwähnt ist, übernimmt die so genannte selbstschuldnerische Mietbürgschaft. Diese wird unter Verzicht auf Vorausklage und Einrede festgesetzt. Der Vermieter kann Ansprüche sofort gegen den Bürgen geltend machen. Die Ansprüche können Mietrückstände oder auch nicht bezahlte Nebenkostenabrechnungen sowie Beschädigungen an den Wohnräumen sein.

Höhe der Mietbürgschaft

Wohnung - Berlin - Immobilie

Der festgelegte Betrag darf nicht höher sein als eine gesetzlich zugelassene Mietkaution. Diese Kaution ist gesetzlich festgelegt und darf drei Monatsmieten (netto oder auch Kaltmiete) nicht überschreiten. Die fortlaufenden Mieterhöhungen betreffen die Mietkaution nicht, da die Kaution bzw. die Bürgschaft zu einem vergangenen Zeitraum festgelegt wurde. Wenn ein Vermieter die Obergrenze der gesetzlichen Kautionshöhe nicht einhält, ist dieser Betrag ungültig und wird bis zur gesetzlich erlaubten Grenze herabgesetzt. Der Vermieter muss den überschüssigen Betrag sofort bei einer Barkaution an den Mieter auszahlen.

Pflichten einer Mietbürgschaft

Wenn Sie einem anderen eine Bürgschaft gewähren, müssen Sie für die Person finanziell gerade stehen, wenn diese ihren Zahlungen nicht mehr nachkommt. Aber ist dieses Szenario realistisch, sofern es sich um Mietzahlungen handelt? Schließlich hat der Vermieter doch schon Geld durch die Kaution erhalten. Richtig. Meist sind das heute bis zu drei Kaltmieten, die man als Mieter dort hinterlegt. Das Geld dient in erster Linie für mögliche Renovierungsarbeiten nach dem Auszug des Mieters, aber kann im Streitfall auch für die Begleichung einer Mietschuld herangezogen werden. Laut Bundesgerichtshof hat der Vermieter auch nur Anspruch auf maximal drei Monatsmieten, wenn Sie als Bürge einspringen. Sie müssen also lediglich den Differenzbetrag zwischen real hinterlegter Kaution und diesem Betrag bezahlen. Diese Regelung gilt aber nur in dem Fall, wenn Sie die Mietbürgschaft „nicht unaufgefordert“ übernommen haben.

Die unaufgeforderte Mietbürgschaft

Das ist aber leider gerade bei Mietern, die über ein geringes und unsicheres Einkommen verfügen (wie etwa Studenten), der Regelfall. Eltern bieten eine Mietbürgschaft freiwillig an, damit ihre Kinder den Mietvertrag bekommen. Da es sich um eine selbstschuldnerische Bürgschaft handelt, wendet sich der Vermieter umgehend an Sie als Bürgen, sobald die Miete nicht pünktlich auf seinem Konto landet. Und Sie müssen zahlen. Im Extremfall kann das auch wie folgt laufen: Der Mieter zahlt überhaupt keine Miete mehr. Sie können in dieser Situation noch nicht einmal den Mietvertrag kündigen, weil Sie nicht Inhaber des Mietvertrags sind, und haften bis ans Ende Ihrer Tage. Es gibt aber für den Mieter auch noch die Möglichkeit einer Bankbürgschaft.

Mietbürgschaft oder Mietkaution?

Mietvertrag mit Schlüsselbund und Kugelschreiber

Eine Bürgschaft ist immer dann sinnvoll, wenn das Geld für eine Barkaution gerade nicht zur Verfügung steht. Da die Bürgschaft eben in solch einer Situation akzeptiert wird, treten für den Bürgen finanzielle Nachteile auf. Aus diesem Grund ist es vorher genau zu überlegen, ob man einer Bürgschaft zustimmt. Eine Mietbürgschaft ist außerdem bis zur Beendigung eines Mietverhältnisses gültig. Für den Mieter entstehen enorme Vorteile, da er keinen teuren Kredit aufnehmen muss, den er mit Zins und Zinseszins zurückzahlen muss. Der Vermieter profitiert, da in jedem Fall eine Kostenübernahme gewährleistet ist.

Die Miet-Bürgschaft beim Auszug

Für manche Menschen ist ein Umzug mit hohen Kosten verbunden. Oft kann man den Umzug aus arbeitstechnischen Gründen nicht verhindern. Viele Mieter versuchen die ausstehende Nebenkostenabrechnung, mit der Mietkaution zu begleichen. Was ist jedoch, wenn eine Miet-Bürgschaft besteht?

Bei einer Mietkaution wird sich der Vermieter auf diese Vereinbarung einlassen, da er letztendlich auf diese Weise den ausstehenden Betrag erhält. Bei einer Mietbürgschaft, wenn der Mieter den ausstehenden Betrag nicht erhalten sollte, kann der Vermieter den Bürgen zur Zahlung verpflichten. Erst wenn alle offenen Beträge geleistet wurden, ist die Bürgschaft beendet.

Ist die Mietbürgschaft sinnvoll?

Für den Mieter ergeben sich durch die Möglichkeit, eine Miet-Bürgschaft in Anspruch zu nehmen klare Vorteile. Dennoch sollte ein Vermieter nur darauf eingehen, wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Der Bürge muss sich im vornherein darüber im Klaren sein, dass er für sämtliche Kosten aufkommen muss, die der Mieter eventuell nicht bezahlen kann.

Fazit: Es bedarf schon eines guten Vertrauensverhältnisses zwischen Mieter und Bürgen, um solch eine Mietbürgschaft sorgenfrei zu übernehmen, es sei denn eine Bank bürgt für den Mieter.

Bilder: © DOC RABE Media/ Fotolia | © eccolo/ Fotolia | © Tiberius Gracchus/ Fotolia

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