Der Hype um den Selfie

selfieEin bisschen posen gehört immer dazu. Dann stellt sich noch die Frage, ob man in die Kamera schaut oder einfach unbeteiligt tut. Über mehr sollte man aber nicht nachdenken, wenn man einen guten Selfie machen will. Das Internet ist voll von Versuchen und das schon über mehrere Jahre. Doch was macht die neu modischen Selbstporträts im digitalen Zeitalter so erfolgreich und so faszinierend, dass Popstars, Schauspieler und sogar Staatspräsidenten sich grinsend selber ablichten, statt sich einfach den Pressefotografen zu stellen?

Erfolgreich durch Spontanität

Coupletaking selfie

Die Situation bei denen Selfies entstehen werden immer variantenreicher

Ein Selfie im klassischen Sinne ist ein Foto, dass man von sich selbst macht, um es in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. Grundsätzlich gibt es hierfür zwei Möglichkeiten: Entweder man fotografiert sein eigenes Spiegelbild oder man hält die Kamera so weit wie möglich von sich weg und drückt auf den Auslöser. Dabei kommt es nicht auf eine gelungene Bildkomposition, einen guten Fotografen mit teurer Ausrüstung oder hohe Bildqualität an. Darin liegt genau der Vorteil dieses Selbstporträts. Es ist nicht gestellt, sondern ein spontanes Bild, bei dem man nie um den Erfolg weiß. Es wirkt deshalb so echt und realistisch, weil eben kein Fotograf in dem Bild eine bestimmte Stimmung auffangen wollte. Dabei sind die Voraussetzungen für alle gleich, ob für Teenager oder Promis: Man braucht nur ein Smartphone oder eine Digitalkamera.

Der Siegeszug durchs Internet

Auch im 20. Jahrhundert haben sich schon Menschen selber fotografiert. Zur Modeerscheinung wurden diese Fotos jedoch erst mit dem Durchbruch des Internets und dem Aufstieg der sozialen Medien. Auch der Begriff, die Kurzform von selfshoot, kam erst in diesem Zusammenhang. Dabei wurde der Selfie anfangs vor allem als Profilbild genutzt. Viele junge Menschen saßen zu Hause vor dem Computer und brauchten ein Anzeigebild, mit dem sie sich öffentlich repräsentiert fühlten. Auch war es kurz nach der Jahrtausendwende noch nicht selbstverständlich, dass in jedem Haushalt eine gute Digitalkamera verfügbar ist. Digitale Fotos von sich selbst hatte nicht jeder in Hülle und Fülle. Die praktische Lösung: Statt Urlaubsfotos zu durchwühlen, bis man ein passendes findet, schießt man schnell ein Foto von sich und lädt es hoch; unkompliziert und selbst gemacht. Doch der Selfie erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit und wird immer noch gerne als Profilbild verwendet. Schließlich kann man sich auf dem Foto selber in Szene setzen. Man zeigt sich genau, wie man sich darstellen möchte, und wirkt dabei im Idealfall noch spontan und authentisch. Außerdem ist das Bild aktuell.

Ein Selfie ist die moderne Art Leuten mitzuteilen was man gerade macht

Ein Selfie ist die moderne Art Leuten mitzuteilen was man gerade macht

Authentische Stars

Genau das macht den Selfie auch für Prominente interessant. Von jedem Prominenten existieren zahlreiche Konzeptfotos, die bis aufs kleinste Detail durchdacht und geplant sind. Dort sind die Stars optimal ausgeleuchtet und geschminkt. Veröffentlicht wird später nach einer langen Session wahrscheinlich nur ein Foto. Doch so wirken die Stars unnahbar. Mit einem gelungenen Selfie können eben diese viel natürlicher wirken. Sie machen das Foto freiwillig und aus einer bestimmten Stimmung heraus und nicht auf einem festgelegten Fototermin. So geben sie ihren Fans viel eher das Gefühl hautnah dran zu sein. Dabei hat sich der klassische Selfie weiterentwickelt. Attraktive junge Frauen und Männer lichten sich halb nackt oder komplett unbekleidet ab. Doch Selfies entstehen nicht mehr nur in den eigenen vier Wänden, sondern auch auf Events und bei Zusammentreffen: Schauspieler fotografieren sich beim fröhlichen Sekttrinken auf der Verleihung des Oscar. Obama ist auf einem Selfie bei einem offiziellen Staatsbesuch zu sehen. Sogar der Papst ließ sich schon auf einen ein. Dass der Trend nicht abreist und besonders in den letzten beiden Jahren noch zugenommen hat zeigen medialer Rummel und die Wahl zum englischen Wort des Jahres. Doch seinen Reiz zieht der Selfie aus Spontanität, Kreativität und Authentizität. Durch die inflationäre Verwendung, die sich in einer medialen Flut äußert, könnte er jedoch genau diesen Reiz auch schnell wieder verlieren.

Bildquellen:

Bild 1: © wilkernet / pixabay.com
Bild 2: © william87 / Fotolia.com
Bild 3: © Nejron Photo / Fotolia.com

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2 Responses to Der Hype um den Selfie

  1. Anti Piracy Solutions sagt:

    Oh ja, die Selfies!! 🙂 Passend dazu auch der relativ neue Song. Ich selber mache selten Selfies, aber wenn, dann werden auch alle Regeln dabei beachtet ! 😉

  2. Steff sagt:

    Guter Artikel!

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