Google übernimmt ReCaptcha

Captchas sind diese – oft etwas nervenden – Wortfelder, die man bei einer Anmeldung abtippen muss, um so zu bestätigen, dass man ein Mensch und keine Maschine ist. Da laut Wikipedia Internetnutzer weltweit pro Tag 150.000 Stunden damit verbringen, Captchas zu lösen, überlegt man, wie man diese Zeit und Gehirnarbeiten der Surfer optimal nutzen könnte. Das Ergebnis lautet ReCaptcha.

Google Captcha

Bei ReCaptcha erhält der User zwei Wörter, die er zur Identifizierung seiner menschlichen Art abtippen muss. Im Gegensatz zu „normalen“ Abfragen handelt es sich hierbei aber nicht um irgendwelche wirren Buchstaben- und Zahlenkombinationen, sondern jeweils um ein echt existierendes Wort und ein „Problemwort“. Beide Wörter stammen aus digitalisierten Büchern. Das erste Wort konnte die Texterkennungssoftware gut erkennen, das zweite Wort war ihr unbekannt und wurde daher an Menschen (uns) weitergegeben.
D.h. jedesmal wenn wir solch ein ReCaptcha-Formular ausfüellen, helfen wir den Buchscannern beim Digitalisieren der Werke.

Tante Google, die gerade dabei ist alles und jeden zu digitalisieren, kann diese ReCaptcha-Lösung gut gebrauchen und übernahm kurzerhand ReCaptcha. Ab sofort, wenn wir also ein derartiges Captcha lösen, helfen wir unfreiwillig Google beim Digitalisieren sämtlicher Bibliotheken.

Gestartet ist Recaptcha im Mai 2007, heute kommt das System auf mehr als 100.000 Websites zum Einsatz. Allein im ersten Jahr haben die Nutzer mehr als 1,2 Milliarden Recaptchas gelöst und dabei 440 Millionen für Computer unlesbare Wörter entschlüsselt. Das entspricht einer stattlichen Bibliothek mit 17.600 Bänden. Täglich kommen derzeit rund 30 Millionen gelöste Recaptchas hinzu.
(Golem)

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