Die Fakturierung sollte klar und eindeutig erfolgen

In Deutschland werden alle Preise insbesondere in der Kommunikation mit Privatkunden als Endpreise ausgewiesen. Wie praktisch diese Regelung ist sehen Sie in den USA: Dort wird in vielen Geschäften oder auch bei Restaurant-besuchen ein Netto-Preis angegeben und darauf dann erst die Mehrwertsteuer und vielleicht auch noch eine City Tax addiert. Allerdings muss jeder, der kein Kleinunternehmer ist, diesen Betrag exakt angeben – sofern die Rechnung 150 Euro übersteigt. Damit reicht eine pauschale Angabe des Mehrwertsteuer-Satzes (beispielsweise 7 % oder 19 %) nicht! Sowohl beim Online-Handel, als auch im stationären Geschäft sollten Sie auf Folgendes achten:

1. Komplette Angaben der Identität des Unternehmens

Die Rechnung bzw. der Kassenzettel sollte am Besten die vollständigen Angaben zur Identität des Unternehmens enthalten, damit beispielsweise ein Gewerbekunde diese Rechnung auch beim Vorsteuerabzug geltend machen kann. Dazu gehört neben der Adresse des Unternehmens bzw. der Filiale auch die Umsatzsteuer ID-Nummer. Der Grund dafür ist, dass es in den letzten Jahren vermehrt Umsatzsteuerkarusselle gegeben hat und Umsatzsteuerzahlungen mehrfach erstattet wurden. Die Angabe der Umsatzsteuer ID-Nummer ermöglicht eine vereinfachte Querprüfung durch das Finanzamt, um solchen Machenschaften auf die Schliche kommen zu können. Für die Mehrzahl der Unternehmen ist dies aber tatsächlich eine eher formale Angabe. Kleinunternehmer, die lt. § 19 UStG keine Umsatzsteuer zahlen müssen geben dies deutlich an.

2. Vorsicht bei Verkauf für Dritte und Auslandsumleitung

Problematisch wird es, wenn Sie als Dienstleister Ware für Dritte verkaufen. Dann sollten Sie ganz deutlich unterscheiden, welche Ware Sie im eigenen Namen und auf eigene Rechnung verkaufen und bei welchen Sie der Logistikdienstleister sind. In einem Fall musste sich sogar der Bundesfinanzhof damit befassen und bestätigte die Gleichbehandlung der verschiedenen Vertriebswege stationärer Handel und Internet. Wie bei die-fakturierung nachgelesen werden kann ging es um folgende Transaktion: Ein Händler verkauft lizenzpflichtige Fotos und leitet die Kunden – ohne dass sie es merken – auf eine ausländische Seite um. Jetzt wollte er seine Vermittlungsprovision allerdings nicht der deutschen Umsatzsteuer unterwerfen. Hier schob das Gericht einen Riegel vor und bestätigte den Grundsatz: Was bei einem deutschen Internet-Unternehmen auf dessen Homepage gekauft wird, unterliegt auch der hiesigen Umsatzsteuer.

Dieser Grundsatz ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn es sich um Waren von ausländischen Anbietern handelt. Bei einem Verkauf für einen anderen inländischen Unternehmer hätte es ja lediglich eine kleine Verzerrung im örtlichen Anfall der Mehrwertsteuer gegeben. In diesem Fall war es aber so, dass der Unternehmer nunmehr die deutsche Umsatzsteuer entrichten muss. Hat er seine Provisionen dann zu niedrig kalkuliert, so schneidet er erheblich schlechter ab als geplant.

Deshalb sollte jeder Internethändler genau prüfen, ob er die Mehrwertsteuer in der richtigen Höhe berechnet!

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One Response to Die Fakturierung sollte klar und eindeutig erfolgen

  1. Charli83 sagt:

    Dieser Beitrag ist wirklich interessant, ich komme gerade aus Chicago und war am Anfang jedes Mal platt, wenn die Steuer noch auf den Betrag kam. War mein erster Ausflug in die Staaten und gerade bei Restaurants mussten wir uns oft wundern. Hinzu kommen ja noch die happigen Tip-Vorstellungen der Amerikaner. Vielen Dank auf jeden Fall für diese wertvollen Hinweise. Wir haben uns schon gefragt, wie es sich gestaltet, wenn ich Dienstleistungen in Amerika einkaufe im Hinblick auf die MWSt. Insbesondere, dass das Recht des Landes Homepagebetreibers gilt, ist eine wichtige Information.

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