Ein Elektroauto kaufen – worauf sollte geachtet werden?

elektroautoDie Bundesregierung hat hohe Ziele: In 5 Jahren sollen 1 Million Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sein. Vergangenes Jahr waren es 12.156 mit E-Antrieb – also ist noch viel Pionierarbeit zu leisten.Das größte Problem: Elektro-Autos sind teuer. Doch das wird sich hoffentlich bald ändern. Es gibt Pläne und Vorstellungen, durch welche die umweltbewussten Fahrzeuge erschwinglich werden sollen. Dank vieler Preissenkungen werden sie folglich immer attraktiver.

Lohnt es sich ein Elektroauto zu kaufen?

Aktuelle Umfragen belegen: Einer von drei Autofahrern könnte es sich vorstellen, auf ein E-Auto umzusteigen. Leise, sauber und sparsam – genau das zeichnet ein Elektroauto aus. Klingt gut, zumindest auf den ersten Blick. Jedoch gibt es einige Probleme zu lösen, die lange bekannt sind. 1888 wurde das erste deutsche E-Auto konstruiert. Es trug den Namen „Flocken Elektrowagen“ und hatte mit einem hohen Gewicht, einer teuren Batterie und einer geringen Reichweite zu kämpfen. Die Probleme sind geblieben, auch wenn fieberhaft an einer Lösung gearbeitet wird. Als Stadt- und Kurzstreckenfahrzeug konnten in den letzten Jahren enorme Fortschritte erzielt werden.

Ob es sich für Sie lohnt, können Sie anhand der folgenden Informationen beantworten.

Wissenswertes über Elektro-Autos

Die Ersparnis wird durch den Akku erzielt

Die Ersparnis wird durch den Akku erzielt

Ein Elektro-Smart schluckt etwa 24 kWh, bis er voll ist – das heißt circa 4 Euro Stromkosten pro 100 Kilometer. Bei einem Benzin-Smart müssen Sie ungefähr 7 Euro auf 100 Kilometer kalkulieren.

Diese Ersparnis ist dem Akku zu verdanken, der für das E-Auto entscheidend ist. Er bestimmt Ladedauer, Geschwindigkeit und Reichweite des Fahrzeugs. Vor einigen Jahren kamen Sie mit einer vollen Batterie bis zu 80 Kilometer weit, was viel zu wenig ist. Daher wurde der Fokus auf leistungsstarke Akkus gelegt: Moderne Batterien haben eine Reichweite von 200 Kilometern, sogar 300 Kilometer sind keine Seltenheit mehr. Bei 130 km/h Höchstgeschwindigkeit ist meistens Schluss. Sonst würde die Reichweite sehr unter der Geschwindigkeit leiden.

In Zukunft ist mit noch besseren Akkus zu rechnen, was deren Reichweite und Höchstgeschwindigkeit erhöht – und zugleich die Anschaffungskosten senkt.

Was sind die Vorteile?

Das E-Auto schont die Umwelt: Lärm- und Schadstoffemissionen sind kaum vorhanden. Es hat sich als wesentlich robuster erwiesen, da es weniger Reparaturen als seine konventionellen Kollegen erfordert. Der Wirkungsgrad des Motors liegt deutlich höher, was den geringen Energieverbrauch begünstigt. Leider benötigen Elektro-Autos bis zu 7 Stunden Ladedauer, bis der Akku vollständig aufgeladen ist. So müssen Sie das Fahrzeug über Nacht an der Steckdose „tanken“.

Tipp: Sie können die Ladedauer an einer Drehstrom-Tankstelle auf bis zu 30 Minuten reduzieren.
©stux_pixabay_electric-car-734573_640Wie lange eine Batterie hält, hängt von der Anzahl der Ladungen ab. Je öfter sie geladen wird, desto mehr nutzt sie sich ab. Im Normalfall ist mit einer Lebensdauer von 80.000 bis 160.000 Kilometern zu rechnen. Das entspricht einer Zeitspanne von etwa 8 Jahren. Danach gibt der Akku nicht einfach den Geist auf, sondern hat „nur“ einen geringeren Wirkungsgrad – das heißt, Sie können nach 80.000 Kilometern noch 70 Prozent der ursprünglichen Strecke fahren. Die Kapazität der Batterie hat sich verringert. Viele Hersteller bieten spezielle Leasingmodelle für Akkus an. Wenn Sie ein Elektroauto kaufen, können Sie für circa 80 Euro pro Monat eine Batterie leasen. Sobald die Kapazität erschöpft ist, erhalten Sie einen neuen Akku verbaut.

Die Staat fördert das E-Mobil mit dem „Regierungsprogramm Elektromobilität“. Es sichert Ihnen beim Einkaufen privilegierte Parkplätze direkt neben dem Eingang. Möchten Sie noch dieses Jahr ein neues Elektro-Auto kaufen? Dann müssen Sie 5 Jahre keine Kfz-Steuer zahlen! Lassen Sie das Fahrzeug im Januar 2016 erstmalig zu, sind es sogar 10 Jahre ohne diese Steuer. Bis Dezember 2020 können Sie sich das überlegen, denn bis dahin gilt das Förderprogramm.

Anschaffung und Preisspanne

Sie möchten ein Elektroauto kaufen? Das können Sie in jedem Autohaus tun, dessen Hersteller über E-Mobile verfügt. Alternativ können Sie sich für ein gebrauchtes Modell entscheiden, doch hier ist Vorsicht geboten: Achten Sie darauf, in welchem Zustand sich die Batterie befindet. Sie entscheidet über die Lebensdauer des Fahrzeugs und ist zugleich einer der teuersten Bestandteile des E-Autos.

Auf jeden Fall müssen Sie höhere Anschaffungskosten einplanen. Rechnen Sie damit, mindestens 50 Prozent als Aufpreis zu zahlen. So kostet der elektrische Smart etwa das Doppelte, während der Nissan Leaf mit 10.000 Euro mehr als ein Golf-Benziner zu Buche schlägt. Luxus-Modelle wie der SLS AMG electric drive haben eine Reichweite von 250 Kilometern und riegeln erst bei 250 km/h ab, kosten aber über 400.000 Euro. In diesem Fall ist es ähnlich: Tesla gilt als reiner Elektro-Hersteller, verlangt für seine E-Autos 70.000 Euro aufwärts. Wer über 150 km/h fahren möchte, muss tief in die Tasche greifen. Die Preise wachsen rasant, sofern das Elektroauto über 250 Kilometer Reichweite verfügen soll – nach oben sind kaum Grenzen gesetzt.

Die Batterie verursacht die hohen Kosten. Aktuell sind es etwa 400 Euro pro Kilowattstunde, was beim kleinen E-Smart fast 7.000 Euro ausmacht – alleine für den Akku. Daher versuchen die Autobauer die Batteriepreise zu senken. Bis 2020 werden 200 Euro/kWh prognostiziert.

Kompromiss: Was ist mit einem Hybrid?

Hybridautos sind im Vergleich günstiger

Hybridautos sind im Vergleich günstiger

Bei einem Hybrid-Auto ist der Akku deutlich kleiner, was es auch günstiger macht. Es hat den Vorteil über 50 Kilometer Strom-Reichweite zu verfügen und für den Notfall mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet zu sein. Derartige Fahrzeuge sind ab 500 Euro Aufpreis im Vergleich zu Diesel-Autos erhältlich.

Alternativ können Sie einen normalen PKW zu einem E-Wagen umrüsten. So müssen Sie kein Elektroauto mehr kaufen, sondern können Ihr altes Modell behalten. Der Umbau kostet circa 10.000 Euro, was sich finanziell eher weniger lohnt.

Beide Lösungen sind für Elektro-Liebhaber ein schlechter Kompromiss. Ein Hybrid ist kein echtes E-Auto, da es hauptsächlich mit Benzin oder Diesel betrieben wird. Auch das Umrüsten kommt aus wirtschaftlichen Gründen nicht infrage – sofern Sie kein überzeugter Idealist sind.

Fazit: Sind Sie reif für das E-Auto?

Elektroautos gelten als umweltfreundliche und sichere Alternative. Die Autolandschaft wird von Fahrzeugen mit Diesel- oder Benzinmotoren dominiert, doch das soll sich bald ändern: So zahlt Frankreich 10.000 Euro Abwrackprämie, wer seinen alten Diesel verschrotten und dafür ein Elektroauto kaufen möchte. In Deutschland wird der E-Wagen mit einem Erlass der Kfz-Steuer gefördert. Der Anschaffungspreis ist höher, dafür sind die laufenden Kosten deutlich niedriger – und Sie tanken unabhängig von steigenden Spritpreisen.

 

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