Der Reiz von Horrorfilmen

Bei dem Genre der Horrorfilme spalten sich die Meinungen und die Geschmäcker von Kinogängern unterschiedlichen Alters und Geschlechts. Für viele Menschen kann ein Film nicht spannend, grausam und blutig genug sein. Wieder andere Filmfans meiden solche Streifen, da sie die Szenen regelmäßig fürchten.

Dennoch bringt ein guter und spannender Horrorfilm den Zuschauer auf eine emotionale Achterbahn. Durch die Angst und das Erschrecken den ein Horrorfilm auslöst, wird Adrenalin im Körper frei, was wiederum den ultimativen Kick und auch Glücksgefühle auslöst.

Doch warum tun sich einige Menschen das bewusste Erfahren von Angst und Schrecken an ?

Der Ursprung des Horrorfilms liegt in der Bühnendarstellung im 19. Jahrhundert

1922 wurde der erste Dracula aufgeführt

1922 wurde der erste Dracula-Film gezeigt

Horrorfilme werden schon seit mehreren Jahrzehnten produziert. Im 19. Jahrhundert wurde sich oft an sogenannten Schauerromanen gehalten. Horrorfilme gibt es seit die Filmkunst besteht. Die erste Frankenstein-Verfilmung stammt aus dem Jahr 1910. Der erste Dracula kam 1922 in die deutschen Filmhäuser. 1922 Nosfreatu, eine Symphonie des Grauens. Dieser Streifen wurde aufgrund seiner expressionistischen Atmosphäre als Urwerk des Horrorfilmes angesehen. Bereits in den 30er Jahren als der Tonfilm sich durchsetzte, war die Möglichkeit Horrorfilme realistischer zu drehen geboren. Als wichtigste Werke aus dieser Zeit zählen Dracula und Frankenstein mit Boris Karloff als der Bösewicht. Obwohl bei Frankenstein keine Gewaltszenen gezeigt wurden, galt er zu damaliger Zeit als sehr brutal. Noch ein erfolgreicher Film seinerzeit war der nach Kriegsende gesendete Film „Traum ohne Ende“ ein Episodenfilm, in dem Alptraum und die Wirklichkeit ineinander zerflossen. Zombies und Untote entstanden in den 60er Jahren, die durch Voodoo-Geschöpfe und schwarze Magie die Menschheit bedrohten. Ebenfalls in den 60er Jahren wurde Brutalität einem Höhepunkt übergeben, beispielsweise bei Romero. Hier wird gezeigt, wie Zombies menschliches Fleisch zu sich nahmen. Der Kultfilm „Blood Feast“ war der Beginn einer sich aufbauenden Brutalität in den Splatter- und Gore-Filmen. Zahlreiche weitere bekannte Filme wie das Schweigen der Lämmer, Halloween, Natural Born Killers oder auch Hannibal folgten bis heute.

In den Streifen ist meist eine düstere Atmosphäre vorherrschend, die durch nächtliche Zeiten, undurchsichtigen Rauch oder heruntergekommene Gebäude auf die Leinwand gebracht wird. Die Schauspieler nehmen passend dazu ein ebenfalls schauriges Äußeres an. Nicht selten kommen in Horrorfilmen auch surreale Figuren wie Monster oder Vampire zum Einsatz. Einen besonders spannenden Reiz kann der Einsatz von kleinen Kindern auslösen. Ihre Aura lässt das Publikum in besonderer Weise ängstigen. Ein weiteres wichtiges Stilmerkmal ist der Überraschungsmoment. Unvorhergesehene Szenen oder ein plötzliches lautes Kreischen verursachen eine Gänsehaut im Publikum.

Die 70er Jahre waren der Beginn von Brutalität und Grausamkeiten

Splatterfilme gelten oft als geschmacklos

Splatterfilme gelten oft als geschmacklos

In den 70er Jahren begann das Phänomen mit dem Okkulten. Z.B. im „Der Exorzist oder Rosemaries Baby“. Brutale Gewalt mit Folterungen und Grausamkeiten vermischten sich mit Softpornos die in den späteren Jahren gedreht wurden. So werden Gothic-Filme als klassische Horrorfilme bezeichnet. Es gibt mehrere Kategorien die ihre Zeiten hatten. Horrorfilme bringen wie kaum ein anderes Filmgenre unterschiedliche Reaktionen, teilweise auch Ablehnung hervor. So werden die blutigen Horrorfilme wie die Splatter- und Gorefilme oft als geschmacklos hingestellt, von manchen sogar als pervers. Viele Theorien beinhalten, dass der Zuschauer Aggressionen beiseite schieben kann, aber auch dass er zu Gewalt angeregt wird. Aber der Zusammenhang der sich zwischen medialer und realer Gewalt darstellt, ist wissenschaftlich sehr umstritten. Viele Horrorfilme werden in Deutschland erst ab 16 Jahren, manche sogar erst ab 18 Jahren freigegeben. Der Grund ist Minderjährige vor allzu viel Gewalt zu schützen.

Ein Horrorfilm wird als Gattung der Phantasie bezeichnet

Slasherfilme drehen sich um einen psychopatischen Mörder

Slasherfilme drehen sich um psychophatische Mörder

Ein guter Horrorfilm kann für eine gruselige Spannung sorgen. Wird die Handlung packend serviert, so kann ein Horrorfilm seinen Zuschauer fesseln. Der Horrorfilm ist ein Filmgenre welches seinen Zuschauer in einen Strudel aus Angst und Schrecken zu setzen versucht. Meist gehen diese Filme mit übernatürlichen Akteuren oder Erlebnissen einher, die auf die Hauptperson lebensbedrohliche und traumatische Einflüsse ausübt. Während die neuen Filme als Horrorfilme bezeichnet werden, wird für ältere Filme der Ausdruck Gruselfilm verwendet. Es kann zwar auch bei Dokumentationen wie beispielsweise ein Film über eine Operation zu Angst und Schrecken kommen. Aber erst wenn der Gruseleffekt zum Ziel des Filmes wird, ist es ein Horrorfilm. Das Merkmal eines Horrorfilms ist die wissenschaftlich nicht erklärbare und oft auch unnatürliche Bedrohung, die die Hauptperson ausgesetzt ist. Übernatürliche Gestalten in diesen Filmen sind auch Vampire, Zombies, Mutanten, Werwölfe und eben auch gespenstische Erscheinungen, als auch außer Kontrolle geratene Gestalten (wie z.B. in Golems). Aber natürlich gibt es auch Horrorfilme die ganz auf die übernatürlichen Aktionen verzichten und sich bei der Bedrohung auf psychophatische Mörder bezieht, z.B. beim „Slasherfilm“.

Der Psycho-Horrorfilm mit seiner diffusen Bedrohung

Die Kameraführung trägt dazu bei, dass wir mit der Hauptperson  mitfiebern

Die Kameraführung trägt dazu bei, dass wir mit der Hauptperson mitfiebern

Durch Fiktionen wird das Unmögliche wahr gemacht und wird real. Horror wird als eine Gattung der Phantasie bezeichnet, wo Menschen, die uns gleich sind, auf die morsche und marode Welt reagieren und mit Entsetzen reagieren. Damit das Grauen sich bei dem Zuschauer einschleichen kann, wird in Horrorfilmen eine gefühlsmäßige Gleichheit des Zuschauers mit der Hauptperson angestrebt. Stärker als im normalen Film ist der Horrorfilm darauf angewiesen, dass der Betrachter den Inhalt des Filmes wie die Filmpersonen sieht. Meist spiegelt sich das in entsprechender Kameraführung wider. Im Gegensatz zu der Schreckwirkung beim Horrorfilm wo mit übernatürlichen Geschehnissen gearbeitet wird, gibt es den Psycho-Horrorfilm. Dieser zeichnet sich mit einer diffusen Bedrohung aus. Unerwartete Situationen, deren Gründe im Dunkeln verborgen bleiben (z.B. The Blair Witch Project, 1999), werden hier auf der Angst vor Unbekanntem aufgebaut. Der Zuschauer fühlt sich ausgeliefert, wenn Filmeinstellungen so dargeboten werden, dass ein distanzierter Überblick verwehrt wird.

Die Lust am Gruseln

Monster und Psychophaten bringen ins Kino die Angst. Die Hände werden feucht und das Herz rast. Aber es gibt auch eine Lust am Gruseln. Die Psychologen nennen diese Lust Angstlust, die an eine Wiederkehr zur eigenen Sicherheit gebunden ist. Nur in Gedanken verlassen wir die reale Welt und setzen uns mit Lust der Gefahren aus, die das Kino oder das Wohnzimmer uns zeigt. Beim Schluss von Horrorfilmen siegt der Held meistens über den Bösewicht, die Angst ist besiegt. Der Psychologe sagt, dass dies uns ein gutes Gefühl gibt. Der Horrorfilm zeigt uns unsere Ängste auf, die wir haben. Tod, Kontrollverlust und Angst. Aber jeder Mensch hat andere Toleranzgrenzen, so gehen manche Menschen nach einem gruseligen Streifen entspannt ins Bett, andere wiederum gucken erst unters Bett bevor sie sich hinlegen. Bevor man sich einen Horrorfilm anguckt, sollte man diese Grenze kennen.

Ähnlich wie in einer Geisterbahn suchen viele Menschen dieses Kick und genießen das Gefühl des Gruselns.

 

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2 Responses to Der Reiz von Horrorfilmen

  1. KultCut sagt:

    ich finde die besten horroflime sind immernoch die alten:-)
    dracula mit bela lugosi,eraserhead,king kong und die weiße frau ect.find die super !

  2. Goereme sagt:

    Danke für den Interessanten Beitrag, Horrorfilme sind wirklich nichts für jedermann. Bei mir lösen Sie immer eine seltsame Mischung aus Grauen und Langeweile aus. Zwar gibt es gruselige und erschreckende Momente, aber die Storyline ist meistens dann doch sehr flach und einfach gehalten.

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