Autorip – Amazon ebnet den Weg

Autorip von Amazon macht endlich Schluss mit einem alltäglichen Ritual. Zuerst steht man beim Musikkauf vor der Wahl, ob man diese in klassischer Form (CD) oder direkt als MP3 kauft. Oft, aber nicht immer, spart man bei der digitalen Variante ein paar wenige Cent oder Euro. Wählt man jedoch die CD, muss man entweder zum Geschäft gehen oder noch zwei bis mehrere Tage auf das Album warten. Wenn man dieses dann in der Hand hält, lässt es sich im CD-Player zu Hause, am PC oder im Auto abspielen. Um die Musik jedoch dauerhaft am PC zur Verfügung zu haben und auch auf andere Geräte kopieren zu können, muss die CD erst gerippt werden. Und diese Umständlichkeit räumt Autorip aus dem Weg.

Autorip – Schluss mit dem Rippen von CDs

Das Rippen an sich dauert teilweise zwar nicht sehr lange, geht aber nur selten einfach von der Hand. Kopierschutzmaßnahmen und andere technische Hürden legen einem Steine in den Weg, die zwar leicht zu überwinden sind, aber dennoch nerven. Mit Amazon Autorip muss dieses ganze Prozedere jedoch nicht durchlaufen werden. Kauft man bei Amazon eine CD, Kassette oder LP, die am Autorip-Programm teilnimmt, erhält man sofort nach Kaufabschluss das Album als MP3s mit 265 KB/s – ohne Kopierschutz. Das Programm funktioniert übrigens auch rückwirkend für alle bei Amazon gekauften Alben, die man seit 1999 gekauft hat.

Nicht alle Alben sind bei Autorip verfügbar

Ein paar Einschränkungen gibt es dennoch. Nicht jedes Album nimmt am Autorip-Programm teil, sondern „nur“ ungefähr 500.000. Die Bandbreite ist dabei jedoch weit gestreut und umfasst  (laut Stern) sowohl alte (Bruce Springsteen, Bob Dylan) als auch neue Alben (Black Sabbath, Daft Punk). Mitmachen tun also viele Indie-Label und auch die großen Konzerne – nur halt nicht mit allen verfügbaren Mitteln. Dennoch, Amazon ist hier endlich der Durchbruch gelungen. Das physische Medium bekommt hier einen guten Mehrwert gegenüber den rein digitalen Verkäufen, auch wenn das Ziel natürlich ist, den digitalen Shops von Apple und Google Kunden abzuziehen.

Autorip sollte über Musik hinausgehen

Wenn alles gut geht, könnte Autorip jedoch Schule machen. Sollte das Angebot ausgebaut werden, würde es an Popularität gewinnen und auch andere Anbieter könnten einen ähnlichen Service anbieten. In Zukunft wäre es sogar möglich, dass sich Autorip weiterentwickelt und über Musik hinausgeht. Vielleicht erhält man in Zukunft beim Kauf einer DVD oder Blu-Ray eine Kopie des Films direkt digital mitgeliefert. Oder, und dafür besitzt Amazon schon die richtige Infrastruktur, man kauft ein Buch und bekommt das E-Book für den Kindle direkt mitgeliefert. Eine tolle Vorstellung, die derzeit wohl noch am Widerstand der Verlage scheitern würde. Doch blickt man einige Jahre zurück, sah es doch für die digitale Musik nicht besser aus. Seit Beginn von Napster wurde sie mit allen Mitteln bekämpft und verteufelt. Niemand hätte da an Autorip gedacht. Wenn man sich die Parallelen so ansieht, heißt es bei E-Books wohl einfach nur: abwarten. Und Amazon sollte man zu Autorip gratulieren. Und damit wir auch mal dabei gewesen sind, hier der entsprechende Facebook Hashtag: #amazon

Bildquelle: Pål Berge auf Wikimedia Commons

Über 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.